Beipackzettel Lysthenon 0,1 g/5 ml (Suxamethoniumchlorid)

Was ist Lysthenon und wie wirkt es?

Lysthenon enthält den Wirkstoff Suxamethoniumchlorid und ist ein Muskelrelaxans: Es bewirkt eine vorübergehende Erschlaffung der Muskulatur. Angewendet wird es unter Narkose, wenn eine rasche Entspannung der Skelettmuskulatur erforderlich ist, um einen Beatmungsschlauch in die Luftröhre einzuführen (endotracheale Intubation). Als zweites Anwendungsgebiet nennt die Gebrauchsinformation die Abschwächung von Krämpfen bei der Elektrokrampftherapie.

Lysthenon wird nur von erfahrenen Narkoseärztinnen und Narkoseärzten bei der Allgemeinanästhesie oder in Notfallsituationen verabreicht, und zwar in die Vene. Es kommt bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern einschließlich Neugeborener in Betracht. Eine Ampulle zu 5 ml enthält 100 mg Suxamethoniumchlorid.

Lysthenon vor einer Operation

Dieses Arzneimittel wenden Sie nicht selbst an; es wird unter Narkose von erfahrenen Narkoseärztinnen und Narkoseärzten gegeben. Vor einem Eingriff zählt deshalb vor allem, was nur Sie über sich wissen können. Besondere Vorsicht ist laut Gebrauchsinformation unter anderem geboten:

  • bei einer eigenen oder familiären Vorgeschichte einer Reaktion auf Narkosemittel, weil das auf einen vererbten niedrigen Pseudocholinesterase-Spiegel oder auf ein erhöhtes Risiko für eine maligne Hyperthermie hinweisen kann,
  • bei einer familiären Vorgeschichte einer neuromuskulären Erkrankung, da die Reaktion auf Suxamethoniumchlorid dann unvorhersehbar ist,
  • bei Asthma oder einer früheren Allergie, weil Suxamethoniumchlorid allergische Reaktionen und Bronchospasmen verursachen kann,
  • bei Knochenbrüchen oder Muskelkrämpfen, weil die anfänglichen Muskelzuckungen nach der Verabreichung ein Trauma verursachen können,
  • bei einem erhöhten Risiko für Aufstoßen von Mageninhalt, etwa in der Schwangerschaft oder bei einem Zwerchfellbruch, da Suxamethoniumchlorid den Druck innerhalb des Magens erhöhen kann.

Als Gegenanzeigen führt die Beilage unter anderem eine Veranlagung zur malignen Hyperthermie an, außerdem einen erhöhten Kaliumspiegel im Blut, schwere Verbrennungen, ein Polytrauma, perforierende Augenverletzungen, erhöhten Hirndruck, neuromuskuläre Erkrankungen und einen angeborenen Mangel an Cholinesterase. Auch die übrigen Arzneimittel gehören in das Vorgespräch: Ob vor der Operation Azathioprin verabreicht wurde, ist nach der Gebrauchsinformation zu prüfen, und zahlreiche Mittel von den Narkosemitteln zum Inhalieren über Antibiotika und Lokalanästhetika bis zu hormonellen Kontrazeptiva können die Wirkung von Lysthenon verstärken oder verlängern.

Nach dem Eingriff: Muskelkater und Verkehrstüchtigkeit

Sehr häufig hinterlässt Lysthenon Muskelkater. Unwillkürliche Muskelzuckungen treten sehr häufig auf, nach Angabe der Beilage bei 90 % aller Patientinnen und Patienten; Muskelschmerzen in deren Folge betreffen ca. 60 % – am häufigsten im Nackenbereich, im Brustkorb, in den Schultern und im Rücken und besonders bei jüngeren Patientinnen und Patienten zwischen 20 und 50 Jahren. Gelegentlich kommt es zu einer geringfügigen Erhöhung der Kieferspannung bis zu 60 Sekunden.

Für den Heimweg ist ein Satz der Gebrauchsinformation eindeutig: Nach Gabe von Lysthenon darf mindestens 24 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilgenommen und keine Maschine bedient werden. Wer stillt, bespricht laut Beilage mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt den Zeitraum nach Anästhesie und Gabe von Lysthenon, in dem nicht gestillt werden darf; weitere verabreichte Anästhetika sind dabei zu berücksichtigen.

Als selten nennt die Beilage ein verlängertes Aussetzen der Atmung bei einem genetisch bedingten Plasmacholinesterase-Mangel; unter Umständen ist dann bis zu mehrere Stunden eine künstliche Beatmung nötig. Häufig sind außerdem ein erhöhter Augeninnendruck, ein erhöhter Druck im Magen, vermehrter Speichelfluss, Hautrötungen durch Histaminfreisetzung sowie ein erniedrigter oder erhöhter Blutdruck. Als schwerwiegend und sofort behandlungsbedürftig führt die Gebrauchsinformation einen erhöhten Kaliumspiegel mit Herzrhythmusstörungen, die maligne Hyperthermie, den allergischen Schock und den Gewebezerfall der quergestreiften Muskulatur (Rhabdomyolyse) auf.

Häufige Fragen

Wie viel Lysthenon wird gegeben? Für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren nennt die Gebrauchsinformation 1 bis 1,5 mg/kg Körpergewicht, für Kinder von 1 bis 12 Jahren 1 mg/kg Körpergewicht und für Neugeborene und Säuglinge bis 1 Jahr 1 bis 2 mg/kg Körpergewicht. Bei übergewichtigen Patientinnen und Patienten wird die Dosierung nach dem Idealgewicht berechnet, nicht nach dem tatsächlichen Körpergewicht.

Wie schnell und wie lange wirkt es? Lysthenon wird unter Narkose als einmalige Injektion in die Vene verabreicht. Der Wirkungseintritt erfolgt laut Gebrauchsinformation nach 30 bis 60 Sekunden, die Wirkdauer beträgt ca. 2 bis 6 Minuten. Über die Dosis und den Zeitpunkt entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Was geschieht bei einer zu großen Menge? Dazu verweist die Gebrauchsinformation auf die Informationen für das medizinische Fachpersonal: Bei hoher oder wiederholter Dosis kann ein sogenannter Dualblock auftreten, bei dem der Depolarisationsblock in einen Stabilisationsblock übergeht und die Muskelerschlaffung länger anhält. Bis zum Einsatz der Spontanatmung ist dann die Aufrechterhaltung der künstlichen Beatmung bei voller Sedierung auf einer Intensivstation erforderlich.

Dieser Text fasst zusammen, was die amtliche Gebrauchsinformation für Menschen vor und nach einem Eingriff bedeutet. Maßgeblich ist ihr vollständiger Wortlaut, der unten auf dieser Seite steht.

Gebrauchsinformation: Information für Anwender Lysthenon 0,1 g/5 ml – Injektionslösung Wirkstoff: Suxamethoniumchlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor dieses Arzneimittel bei Ihnen angewendet wird, denn sie enthält wichtige Informationen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. - Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht 1. Was ist Lysthenon und wofür wird es angewendet? 2. Was sollten Sie beachten, bevor Lysthenon bei Ihnen angewendet wird? 3. Wie ist Lysthenon anzuwenden? 4. Welche Nebenwirkungen sind möglich? 5. Wie ist Lysthenon aufzubewahren? 6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Lysthenon und wofür wird es angewendet?

Lysthenon enthält den Wirkstoff Suxamethoniumchlorid. Lysthenon ist ein Muskelrelaxans, das heißt, es bewirkt eine vorübergehende Erschlaffung der Muskulatur. Dieses Arzneimittel wird unter Narkose angewendet, wenn eine rasche Entspannung der Skelettmuskulatur erforderlich ist, um einen Beatmungsschlauch in die Luftröhre einzuführen (endotracheale Intubation). Dieses Arzneimittel wird auch angewendet zur Abschwächung von Krämpfen bei der Elektrokrampftherapie (EKT).

Lysthenon wird nur von erfahrenen Narkoseärzten bei der Allgemeinanästhesie oder in Notfallsituationen verabreicht.

Dieses Arzneimittel wird angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern, einschließlich Neugeborener.

2.

Was sollten Sie beachten, bevor Lysthenon bei Ihnen angewendet wird?

Lysthenon darf nicht angewendet werden, - wenn Sie allergisch gegen Suxamethoniumchlorid oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind. - wenn Sie eine Veranlagung zur „malignen Hyperthermie“ haben (eine sehr seltene, lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung). - wenn Sie einen erhöhten Kaliumspiegel im Blut haben oder wenn bei Ihnen die Gefahr eines erhöhten Kaliumspiegels im Blut besteht (z. B. bei schweren Nierenproblemen), da ein stark erhöhter Kaliumspiegel zum Herzstillstand führen kann. - wenn Sie schwere Verbrennungen haben. - wenn Sie schwere, lebensbedrohliche Verletzungen an verschiedenen Körperregionen haben (Polytrauma). - wenn Sie an schweren Infektionen im Bauchraum oder an einer Blutvergiftung (Sepsis) leiden.

- wenn Sie lange in Ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, z. B. auf einer Intensivstation. - wenn Sie Augenverletzungen mit durchbohrtem Gewebe (perforierende Augenverletzungen) haben, wegen der dadurch bedingten Erhöhung des Augeninnendruckes. - bei erhöhtem Hirndruck. - bei neuromuskulären Erkrankungen wie Muskelerkankungen mit krankhaft verlängerter

Muskelanspannung (Myotonie), Kinderlähmung (Poliomyelitis), fortschreitendender Schädigung der Nervenzellen, die für die Muskelbewegungen verantwortlich sind (amyotrophe Lateralsklerose), multiple Sklerose, alle Formen von Muskelschwund (Muskeldystrophie), bei krankhaft bedingter, belastungsabhängiger Muskelschwäche (Myasthenia gravis). - wenn Sie an einer teilweisen oder vollständigen Schädigung des Rückenmarks (Querschnittssyndrom) leiden. - wenn Sie an einem angeborenen Mangel an Cholinesterase (ein Enzym) leiden, da es den Wirkstoff von Lysthenon inaktiviert.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Lysthenon bei Ihnen angewendet wird.

Besondere Vorsicht ist geboten: - Bei Patienten mit eigener oder familiärer Vorgeschichte einer Reaktion auf Narkosemittel (Anästhetika), da dies auf einen vererbten niedrigen Pseudocholinesterase-Spiegel hinweisen kann oder auf ein erhöhtes Risiko für maligne Hyperthermie. - Bei Patienten mit familiärer Vorgeschichte einer neuromuskulären Erkrankung, da die Reaktion auf Suxamethoniumchlorid unvorhersehbar ist. - Bei Asthma oder einer früheren Allergie, da Suxamethoniumchlorid das Potential hat, allergische Reaktionen und Bronchospasmen zu verursachen (siehe Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). - Bei Krebserkrankungen. - Bei Patienten, die eine Behandlung für das Blut bekommen oder bekommen haben, die als Plasmapherese-Therapie bezeichnet wird, oder bei Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt werden, die die Synthese oder die Aktivität der Cholinesterase reduzieren. - Bei akutem Engwinkelglaukom (aufgrund von erhöhtem Augeninnendruck). - Bei Patienten mit Offenwinkelglaukom oder dem Risiko eines Winkelblocks. Diese sollten mit 1 oder 2 miotischen Augentropfen vorbehandelt werden. - Bei Patienten mit Knochenbrüchen oder Muskelkrämpfen oder beidem, da die anfänglichen Muskelzuckungen, die auf die Verabreichungen folgen, ein Trauma verursachen können. - Bei Patienten, bei denen ein erhöhter Blutdruck zur Verschlimmerung des Zustands führen kann (z. B. erhöhter intrakranieller Druck, zerebrales Aneurysma). - Bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Aufstoßen von Mageninhalt wie bei schwangeren Frauen, bei Magen- und Darmausdehnung, Zwerchfellbruch (Hiatushernie), Flüssigkeitsansammlung in der freien Bauchhöhle (Aszites) und Tumoren im Bauchraum, da Suxamethoniumchlorid den Druck innerhalb des Magens erhöhen kann. - Bei Behandlung mit Digoxin, einem bestimmten Herzmedikament (erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen, Dysrhythmien).

- Lysthenon kann zu einem verlangsamten Herzschlag, Blutdruckabfall und vermehrten Speichelfluss führen. Dies lässt sich durch Gabe von Atropin zumeist verhindern oder abschwächen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Probleme mit Ihrem Herzen oder der Lunge haben, da in diesen Fällen Vorsicht geboten ist.

- Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an einem genetischen Plasma-Cholinesterase-Mangel (Enzym im Blut) leiden (siehe „Lysthenon darf nicht angewendet werden“)., oder wenn Sie schwere Leberfunktionsstörungen, Nierenfunktionsstörungen, die eine Dialyse erfordern, eine Unterfunktion der Schilddrüse, schwere Erkrankungen verschiedenster Ursache (bösartige Tumore, schwere Unterernährung) oder schwere Verbrennungen haben, da dies die Wirkung von Lysthenon erheblich verlängern kann. Besondere Vorsicht ist erforderlich bei der Anwendung bei Neugeborenen, älteren Personen und in der späten Schwangerschaft.

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- Die Injektion dieses Arzneimittels kann einen erheblichen Anstieg des Kaliumspiegels im Blut auslösen, der lebensbedrohlich sein kann. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Ihnen, wenn Sie an Nierenversagen oder schweren Verbrennungen leiden oder viele verschiedene Verletzungen und Wunden haben (siehe „Lysthenon darf nicht angewendet werden“).

- Nach der Injektion von Lysthenon könnten Sie Muskelzuckungen verspüren, die zu Muskelschmerzen bzw. einem Muskelkater führen können.

- Bei der Verabreichung von Azathioprin gleichzeitig mit Suxamethoniumchlorid ist besondere Vorsicht erforderlich. Es ist zu prüfen, ob vor der Operation Azathioprin verabreicht wurde.

  • Eine geringe Körpertemperatur kann die Wirkung von Lysthenon beeinflussen.
  • Ein erhöhter Magnesiumspiegel oder ein erniedrigter Kalzium- oder Kaliumspiegel im Blut können die Wirkung von Lysthenon beeinflussen.
  • Lysthenon kann bei entsprechend veranlagten Personen eine sog. „maligne Hyperthermie“ auslösen (siehe auch Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Dies ist eine sehr seltene, lebensbedrohliche Komplikation. Die Symptome umfassen Muskelstarre, Herzrasen, eine erhöhte Produktion von Kohlenstoffdioxid (CO2) und Temperaturerhöhung bis hin zur Übersäuerung des Körpers (Azidose) sowie Stoffwechsel- und Organversagen. Wenn Sie eine Kaumuskelstarre haben, besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für eine maligne Hyperthermie.
  • Vorsicht ist auch bei Patienten geboten, die eine Überempfindlichkeit gegen andere Muskelrelaxanzien (Arzneimittel, die die Muskeln entspannen) (Kreuzsensibilisierung) haben könnten.
  • Bei Patienten, die sich einer sofortigen Intubation oder einem anderen Verfahren unterziehen, bei denen die Atemwege offengehalten werden müssen (auch bei augenscheinlich gesunden Kindern und Jugendlichen), wird empfohlen, die Anwendung von Suxamethoniumchlorid auf Situationen zu beschränken, in denen eine sofortige Intubation oder das Offenhalten der Atemwege notwendig ist.

Kinder und Jugendliche Nebenwirkungen, die das Herz betreffen, sind bei Kindern und Jugendlichen häufiger. Es sind Fälle von nicht behebbarem Herzstillstand bei Kindern und Jugendlichen aufgetreten. Bei diesen lagen zum Teil bis dahin nicht erkannte neuromuskuläre Erkrankungen vor (siehe auch Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Anwendung von Lysthenon zusammen mit anderen Arzneimitteln Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Arzneimittel mit einem Wirkstoff zur Anästhesie (Thiopental) sollen nicht gleichzeitig mit Lysthenon injiziert werden, da sich die beiden Substanzen chemisch nicht vertragen.

Die Wirkung von Lysthenon wird verstärkt bzw. verlängert durch: - Narkosemittel zum Inhalieren (Enfluran, Desfluran, Isofluran, Sevorane), - Cholinesterasehemmer, auch Augentropfen, die Cholinesterasehemmer beinhalten (Echothiophate, Edrophonium, Pyridostigmin), - klinische Situationen oder Arzneimittel wie z. B. mit Neostigmin, Physostigmin, Tacrin und anderen Acetylcholinesterasehemmer, - Zytostatika - zur Behandlung von Krebs (Cyclophosphamid, Thiophosphamid), - Antibiotika, - Aminoglycoside - bakterizide Antibiotika (Gentamycin, Neomycin, Kanamycin, Streptomycin), - Lokalanästhetika (Procain, Lidocain), - Metoclopramid - zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, - Magnesiumsulfat - zur Behandlung und Vorbeugung von niedrigem Magnesium im Blut, - Antiarrhythmika (Chinidin, Procainamid) - für die Wiederherstellung eines normalen Herzrhythmus (Klasse-I-Substanzen), - Calciumantagonisten (Verapamil), Schleifendiuretika und Beta-Blocker - zur Behandlung eines hohen Blutdrucks, - Lithium - ein Arzneimittel zur Behandlung von Übererregung und/oder Depression,

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  • - hormonelle Kontrazeptiva (wie die „Pille“) und Östrogene (weibliche Hormone),
  • Corticosteroide - entzündungshemmende Arzneimittel,
  • Oxytocin
  • Hormon,
  • Cimetidin - zur Reduzierung von Magensäure,
  • MAO-Hemmer (Phenelzin) - zur Behandlung von Depressionen, - bestimmte Neuroleptika (Perphenazin) - zur Behandlung bipolarer Störungen,
  • Sympathomimetika - zur Behandlung von Herzstillstand und niedrigem Blutdruck,
  • Antiepileptika, - zentraldämpfende Arzneimittel,
  • Terbutalin und Bambuterol - bronchienerweiternde Wirkstoffe aus der Gruppe der Beta2-

Sympathomimetika, - Parathion und Malathion - Insektizide, - Azathioprin - Immunsuppressivum.

Die Wirkung von Lysthenon wird abgeschwächt durch: - Atropin - ein Arzneimittel fürs Herz, - Infusionen mit Blut oder mit Plasma, - eine kleine Dosis eines nicht-depolarisierenden Muskelrelaxans, das vorgegeben wurde.

Die Wirkung von Lysthenon auf andere Arzneimittel: - Digitalis (ein pflanzliches Arzneimittel zur Stärkung der Herzmuskelkontraktionen) kann Herzrhythmusstörungen auslösen, wenn es zusammen mit Lysthenon angewendet wird.

Anwendung von Lysthenon zusammen mit Alkohol Alkohol kann die Wirkung von Lysthenon beeinflussen.

Schwangerschaft und Stillzeit Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Schwangerschaft Lysthenon soll während der Schwangerschaft nur verabreicht werden, wenn es zwingend erforderlich ist. Während der Schwangerschaft kann sich die Wirkung von Lysthenon verlängern.

Stillzeit Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über den Zeitraum nach Anästhesie und Gabe von Lysthenon, in dem nicht gestillt werden darf. Weitere verabreichte Anästhetika müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Es ist nicht bekannt, ob Lysthenon in die Muttermilch übergeht.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Nach Gabe von Lysthenon dürfen Sie mindestens 24 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen oder eine Maschine bedienen.

Lysthenon enthält Natrium Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Ampulle, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.

3.

Wie ist Lysthenon anzuwenden?

Lysthenon wird nur von erfahrenen Narkoseärzten bei der Allgemeinanästhesie oder in Notfallsituationen verabreicht.

Zur intravenösen Anwendung (Verabreichung in die Vene).

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Lysthenon wird unter Narkose als einmalige Injektion verabreicht. Der Wirkungseintritt erfolgt nach 30-60 Sekunden, die Wirkdauer beträgt ca. 2-6 Minuten.

Anwendung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren Die empfohlene Dosis beträgt 1 - 1,5 mg/kg Körpergewicht.

Dosierung bei übergewichtigen Patienten Bei übergewichtigen Patienten muss die Dosierung nach dem Idealgewicht, nicht nach dem tatsächlichen Körpergewicht berechnet werden.

Anwendung bei Kindern - Die empfohlene Dosis beträgt bei Kindern von 1 bis 12 Jahren 1 mg/kg Körpergewicht. - Die empfohlene Dosis beträgt bei Neugeborenen und Säuglingen bis 1 Jahr 1 - 2 mg/kg Körpergewicht. Neugeborene benötigen eine höhere Dosierung in mg/kg Körpergewicht aufgrund des größeren Verteilungsvolumens.

Wenn eine größere Menge von Lysthenon angewendet wurde, als es hätte sein sollen Hinweis für das medizinische Fachpersonal Informationen zur Überdosierung finden Sie am Ende der Gebrauchsinformation.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Schwerwiegende Nebenwirkungen: Diese Nebenwirkungen sollten bei jeder Gabe von Lysthenon in Betracht gezogen werden. Bei Auftreten einer der gelisteten schwerwiegenden Nebenwirkungen muss die Verabreichung sofort gestoppt und medizinische Hilfe aufgesucht werden:

- Erhöhung des Kalium-Spiegels im Blut mit unregelmäßigem Herzschlag/Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand.

- schneller Anstieg der Körpertemperatur (maligne Hyperthermie). Dies ist eine sehr seltene, lebensbedrohliche Komplikation. Die Anzeichen umfassen Muskelstarre, Herzrasen, eine erhöhte Produktion von Kohlenstoffdioxid (CO2) und Temperaturerhöhung bis hin zur Übersäuerung des Körpers (Azidose) sowie Stoffwechsel- und Organversagen.

- allergischer Schock mit Hautrötung (Flush), mit oder ohne Atemnot aufgrund einer Verengung der Atemwege und niedrigem Blutdruck; kann zu einem Kreislaufkollaps führen.

  • Rhabdomyolyse
  • Gewebezerfall der quergestreiften Muskulatur.
  • Ausscheidung von Myoglobin – ein Muskelprotein - aus geschädigter Muskulatur in den Urin (Myoglobinurie) mit möglichem Nierenversagen.

Weitere Nebenwirkungen:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen): - unwillkürliche Muskelzuckungen - (bei 90% aller Patienten) - Muskelschmerzen in der Folge von Muskelzuckungen (bei ca. 60% aller Patienten), am häufigsten im Nackenbereich, Brustkorb, Schultern und Rücken und besonders bei jüngeren Patienten zwischen 20 und 50 Jahren - Erhöhung des Kalium-Spiegels im Blut - der gesteigerte Übertritt von Myoglobin - ein Muskelprotein - aus geschädigter Muskulatur ins Blut (Myoglobinämie) - Unregelmäßiger/verlangsamter Herzschlag, Herzrhythmusstörungen

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Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen): - allergische Reaktionen (Hautrötungen, Nesselsucht) - erhöhter Augeninnendruck - erhöhter Druck im Magen. Dadurch besteht das Risiko, dass Nahrung aus dem Magen in die Speiseröhre und in die Mundhöhle zurückdringt, vor allem bei Schwangeren, bei Patienten mit Zwerchfellbruch, Magen-und Darmausdehnung, Flüssigkeitsansammlung in der freien Bauchhöhle (Aszites) oder Tumoren im Bauchraum - erhöhter Speichelfluss - Hautrötungen durch Histaminfreisetzung - erniedrigter oder erhöhter Blutdruck

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen): - geringfügige Erhöhungen der Kieferspannung (bis zu 60 Sekunden). Dies kann durch Gabe einer kleinen Dosis eines Muskelrelaxans verringert werden. - vorübergehender Bluthochdruck, niedriger Blutdruck - beschleunigter Herzschlag/Herzrasen

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen): - Atemnot durch Verengung der Atemwege - Verkrampfung der Stimmritze des Kehlkopfs (Laryngospasmus). - verlängertes Aussetzen der Atmung bei Patienten mit genetisch bedingtem PlasmacholinesteraseMangel. Unter Umständen müssen diese Patienten bis zu mehrere Stunden künstlich beatmet werden. - Anspannung der Muskeln statt Entspannung, häufig einhergehend mit genetisch bedingter Muskelschwäche (Myotonia dysthrophica, kongenitale Myotonie). - Verlängerte Muskellähmung bei neuromuskulären Erkrankungen, genetisch bedingten Defekten der Cholinesterase, bei einer Überdosis oder durch einen verringerten PlasmacholinesteraseSpiegel. - Ausscheidung von Myoglobin - ein Muskelprotein - aus geschädigter Muskulatur im Urin (Myoglobinurie) mit veränderten Blutwerten, hauptsächlich bei Kindern, die Lysthenon zusammen mit einem anderen Arzneimittel (Halothan) erhalten.

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen): - allergischer Schock mit Hautrötungen, mit oder ohne Atemnot durch Verengung der Atemwege und erniedrigtem Blutdruck, bis zum Kreislaufversagen - Herzrhythmusstörungen - Kammerflimmern (lebensgefährliche Herzrhythmusstörung) und Herzstillstand durch erhöhten Kaliumspiegel im Blut - lebensbedrohlich erhöhter Kaliumspiegel im Blut - erhöhter Kalziumspiegel im Blut - Stoffwechselerkrankungen, die mit einer Störung des Aufbaus des roten Blutfarbstoffs Häm einhergehen (Porphyrie) - maligne Hyperthermie: eine sehr seltene, lebensbedrohliche Komplikation. Die Symptome umfassen Muskelstarre, Herzrasen, eine erhöhte Produktion von Kohlenstoffdioxid (CO2) und Temperaturerhöhung bis hin zur Übersäuerung des Körpers (Azidose) sowie Stoffwechsel- und Organversagen mit oder ohne Verkrampfung der Kaumuskeln (Masseterspasmus), instabilem Blutdruck und vertiefter und/oder beschleunigter Atmung (Hyperventilation) - Blut im Urin (Hämoglobinurie) - Ausscheidung von Myoglobin - ein Muskelprotein - aus geschädigter Muskulatur im Urin (Myoglobinurie); kann bis zum Nierenversagen führen, hauptsächlich bei Patienten mit (latentem) Muskelschwund. - Starker Blutdruckabfall (schwere Hypotonie) - Verzögert auftretendes Lungenversagen bei neuromuskulären Erkrankungen (beeinträchtigen die Nerven, die die willkürlichen Muskeln kontrollieren) - Schwellung des Kehlkopfes aufgrund einer Flüssigkeitsansammlung (Larynxödem) - Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem)

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- Gewebezerfall der quergestreiften Muskulatur (Rhabdomyolyse) bei Patienten mit diagnostizierten und nicht diagnostizierten neuromuskulären Erkrankungen

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) - erhöhter Hirndruck - erhöhte Myoglobinwerte im Blut (Myoglobinämie)

Meldung von Nebenwirkungen Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen Traisengasse 5 1200 WIEN ÖSTERREICH Fax: + 43 (0) 50 555 36207 Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Lysthenon aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C).

Es ist zulässig, die Ampullen 1 Woche außerhalb des Kühlschranks aufzubewahren, vorausgesetzt es wird dabei eine Temperatur von 25°C nicht überschritten. Falls die Ampullen innerhalb dieses Zeitraumes nicht verwendet werden, sind sie anschließend zu vernichten und zu entsorgen. Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton/der Ampulle nach “Verwendbar/Verw. bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nur zur einmaligen Entnahme. Restmengen sind zu verwerfen. Die fertige Injektionslösung ist nach ihrer Herstellung sofort zu verwenden.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Lysthenon enthält

- Der Wirkstoff ist Suxamethoniumchlorid. Jede 5 ml Ampulle enthält 100 mg Suxamethoniumchlorid in isotoner wässriger Lösung.

- Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke.

Wie Lysthenon aussieht und Inhalt der Packung Brechampulle mit klarer farbloser Injektionslösung.

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5 Stück oder 5 × 5 Stück als Bündelpackung in Glasampullen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer Evolan Pharma AB Box 120 182 12 Danderyd Schweden

Hersteller Takeda Austria GmbH 4020 Linz

Z.Nr.: 8.594

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April 2026.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Überdosierung Bei hoher oder repetitiver Dosis kann ein sogenannter Dualblock (auch Phase-II-Block genannt) auftreten, d.h. der Depolarisationsblock geht in einen Stabilisationsblock über, was zu einer Verlängerung der Muskelrelaxation führt. Bis zum Einsatz der Spontanatmung ist die Aufrechterhaltung der künstlichen Beatmung bei voller Sedierung auf einer Intensivstation erforderlich.

Handhabung der OPC (one-point-cut)-Ampullen Brechampulle Anfeilen nicht erforderlich

Farbiger Punkt nach oben! Im Ampullenspieß befindliche Lösung durch Klopfen oder Schütteln nach unten fließen lassen.

Farbiger Punkt nach oben! Ampullenspieß nach unten abbrechen.

Nur zur einmaligen Entnahme. Bei der Entnahme ist darauf zu achten, dass der sterile Inhalt nicht (mikrobiologisch) kontaminiert wird.

Kompatibilität

Mischungen von Lysthenon 0,1 g/5 ml - Injektionslösung mit alkalischen Substanzen z.B. Barbituraten wie z.B. Thiopental kann zu Unwirksamkeit bzw. Ausfällen von Lysthenon führen. Das Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

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