Metoprolol ratiopharm enthält den Wirkstoff Metoprololtartrat. Er wirkt blockierend vorwiegend auf bestimmte Rezeptoren des Herzens – die Gebrauchsinformation nennt ihn deshalb einen herzspezifischen Betarezeptorenblocker – und schirmt das Herz gegen Stress ab. Dadurch wird der Blutdruck gesenkt und die Herzarbeit verbessert. Jede Tablette enthält 50 mg Metoprololtartrat; für höhere Dosierungen stehen laut Beilage auch 100 mg-Tabletten zur Verfügung.
Angewendet wird das Mittel bei Erwachsenen bei Bluthochdruck, bei Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (chronisch-stabile Angina pectoris), bei Herzrhythmusstörungen mit beschleunigtem Herzschlag, zur Akutbehandlung eines Herzinfarktes und zur Vorbeugung eines erneuten Herzinfarktes nach einem Herzinfarkt sowie zur Vorbeugung von Migräne. Wer vor einem plastisch-chirurgischen Eingriff steht, bringt das Mittel also meist als Dauermedikation mit.
Metoprolol ratiopharm vor einem Eingriff
Operationen führt die Gebrauchsinformation unter den Warnhinweisen auf: Besondere Vorsicht bei der Einnahme ist erforderlich, wenn Sie operiert werden und ein Narkosemittel bekommen sollen. Die Beilage verlangt an dieser Stelle, dass die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt – und ebenso die Zahnärztin oder der Zahnarzt – von der Einnahme erfährt.
Der Hintergrund steht bei den Wechselwirkungen: Bestimmte Narkosemittel (Inhalationsanästhetika) können die Wirkung von Metoprolol ratiopharm verstärken. Auch Lidocain, ein Arzneimittel zur örtlichen Betäubung, gehört zu den Mitteln, die die Wirkung von Metoprolol beeinflussen können oder deren Wirkung durch Metoprolol beeinflusst werden kann. Blutdrucksteigernde Arzneimittel wie Adrenalin oder Noradrenalin lassen den Blutdruck möglicherweise erheblich ansteigen; umgekehrt kann die Wirkung von Adrenalin bei der Behandlung von Überempfindlichkeitsreaktionen abgeschwächt sein. Metoprolol kann laut Beilage zudem die Schwere allergischer Reaktionen erhöhen.
Eine Frist, zu der das Mittel vor einer Operation abgesetzt wird, nennt die Gebrauchsinformation nicht. Sie sagt dafür etwas anderes deutlich: Die Behandlung darf nur in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt geändert oder beendet werden, und beendet wird sie langsam und schrittweise. Plötzliches Absetzen kann zu einer Verschlechterung der Herzerkrankung führen und das Risiko für einen Herzinfarkt und plötzlichen Herztod erhöhen. Ein bevorstehender Eingriff ist deshalb kein Anlass, das Mittel eigenmächtig wegzulassen – die Entscheidung trifft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Nach dem Eingriff: Kreislauf, Schmerzmittel und Müdigkeit
Die häufigen Nebenwirkungen fallen in den Tagen nach einem Eingriff besonders auf. Sehr häufig ist Müdigkeit; häufig sind Schwindel und Kopfschmerz, ein verlangsamter Herzschlag, niedriger Blutdruck und ein Blutdruckabfall beim Aufstehen, der vereinzelt mit Ohnmachtsanfällen einhergeht, außerdem Herzklopfen, kalte Hände und Füße, Atemnot bei Anstrengung sowie Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall und Verstopfung. Gerade das erste Aufstehen nach einer Operation und die Übelkeit nach einer Narkose können dadurch stärker ausfallen. Zur Wundheilung selbst sagt die Gebrauchsinformation nichts.
Bedeutsam ist auch, womit Schmerzen behandelt werden: Bestimmte entzündungshemmende und schmerzstillende Arzneimittel (Prostaglandinsynthese-Hemmer, zum Beispiel Indometacin) können die Wirkung von Metoprolol abschwächen, Celecoxib dagegen kann sie verstärken. Verstärkend wirken laut Beilage außerdem Diphenhydramin, Hydroxychloroquin, Terbinafin, Cimetidin, Hydralazin, Amiodaron, Chinidin und möglicherweise Propafenon sowie bestimmte Mittel gegen Depressionen und gegen psychische Erkrankungen. Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärken. Schwindel oder Müdigkeit treten besonders zu Beginn der Behandlung, bei einer Dosiserhöhung, bei einem Präparatewechsel oder durch gleichzeitigen Alkoholgenuss auf; wer sie bemerkt, führt laut Gebrauchsinformation kein Fahrzeug und bedient keine Werkzeuge oder Maschinen.
Für Menschen mit Zuckerkrankheit steht ein weiterer Hinweis in der Beilage: Die Anzeichen einer Unterzuckerung, etwa ein schneller Herzschlag oder Zittern, können durch Metoprolol ratiopharm abgeschwächt werden; die Blutzuckerwerte sind dann in kürzeren Abständen zu überwachen.
Häufige Fragen
Wie wird Metoprolol ratiopharm eingenommen? Falls ärztlich nicht anders verordnet, nennt die Gebrauchsinformation bei Bluthochdruck zweimal täglich 50 mg bis 100 mg oder einmal täglich 100 mg bis 200 mg Metoprololtartrat. Bei Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, bei Herzrhythmusstörungen mit beschleunigtem Herzschlag und zur Vorbeugung von Migräne sind es jeweils zweimal täglich 50 mg bis 100 mg. Die Einnahme erfolgt bei Einmalgabe morgens, bei zweimaliger Gabe morgens und abends, jeweils nüchtern und unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit. Die Tablette trägt eine Bruchrille und kann in gleiche Dosen geteilt werden.
Und wenn eine Einnahme vergessen wurde? Die doppelte Menge wird laut Gebrauchsinformation nicht eingenommen. Die vergessene Dosis wird nachgeholt, sobald sie einfällt, danach geht es wie gewohnt weiter. Ist es beinahe schon Zeit für die nächste Dosis, entfällt die vergessene und die nächste folgt zur gewohnten Zeit.
Was passiert bei zu viel Metoprolol ratiopharm? Die Gebrauchsinformation verweist auf den umgehenden Weg zu einer Ärztin, einem Arzt oder in ein Krankenhaus, am besten mit der Packungsbeilage und der Verpackung. Die häufigsten Anzeichen sind je nach Schwere ein starker Blutdruckabfall, langsamer Puls, unregelmäßiger Herzschlag, Herzleistungsschwäche, Herz-Kreislaufschock und Herzstillstand sowie Atembeschwerden mit Verengung der Atemwege, Bewusstseinsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Unterzuckerung und Krampfanfälle. Die ersten Anzeichen treten üblicherweise 20 Minuten bis 2 Stunden nach der Einnahme auf.
Dieser Text fasst zusammen, was die amtliche Gebrauchsinformation für Menschen vor und nach einem Eingriff bedeutet. Maßgeblich ist ihr vollständiger Wortlaut, der unten auf dieser Seite steht.
Gebrauchsinformation: Information für Patienten
Metoprolol ratiopharm 50 mg-Tabletten
Wirkstoff: Metoprololtartrat
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen. - Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen. - Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. - Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie. - Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.
Was in dieser Packungsbeilage steht 1. Was ist Metoprolol ratiopharm und wofür wird es angewendet? 2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Metoprolol ratiopharm beachten? 3. Wie ist Metoprolol ratiopharm einzunehmen? 4. Welche Nebenwirkungen sind möglich? 5. Wie ist Metoprolol ratiopharm aufzubewahren? 6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
1. Was ist Metoprolol ratiopharm und wofür wird es angewendet? Metoprololtartrat, der Wirkstoff von Metoprolol ratiopharm, hat eine blockierende Wirkung vorwiegend auf bestimmte Rezeptoren des Herzens (herzspezifischer Betarezeptorenblocker) und wirkt stressabschirmend auf das Herz. Dadurch wird der Blutdruck gesenkt und die Herzarbeit verbessert.
Metoprolol ratiopharm wird angewendet
Bei Erwachsenen - bei Bluthochdruck - bei Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (chronisch-stabile Angina pectoris) - bei Herzrhythmusstörungen mit beschleunigtem Herzschlag (tachykarde Herzrhythmusstörungen) - zur Akutbehandlung eines Herzinfarktes und zur Vorbeugung eines erneuten Herzinfarktes nach einem Herzinfarkt - zur Vorbeugung von Migräne
2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Metoprolol ratiopharm beachten?
Metoprolol ratiopharm darf nicht eingenommen werden, - wenn Sie allergisch gegen Metoprololtartrat, andere Beta-Blocker oder einen der in
Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind. - bei bestimmten Herzrhythmusstörungen (AV-Block 2. oder 3. Grades, kranker Sinusknoten
[es sei denn, Sie haben dauerhaft einen Herzschrittmacher]). - wenn Sie eine instabile Herzleistungsschwäche haben (die sich in Form von
Flüssigkeitsansammlung in der Lunge, beeinträchtigtem Blutfluss oder niedrigem Blutdruck äußern kann) und mit Arzneimitteln zur Steigerung der Herzmuskelkraft behandelt werden - wenn Sie einen niedrigen Blutdruck haben (systolischer Blutdruck weniger als 90 mmHg) - bei Herzkreislauf-Schock - wenn Sie einen sehr langsamen Herzschlag haben (weniger als 50 Schläge in einer Minute) - wenn bei Ihnen der Verdacht auf einen akuten Herzinfarkt besteht und der Herzschlag langsamer als 45 Schläge in der Minute ist, der obere (systolische) Blutdruckwert unter 100 mmHg ist und bestimmte Herzrhythmusstörungen vorliegen (PQ-Intervall > 0,24 Sekunden)
- wenn Sie unter schweren Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen leiden - wenn Sie schweres Asthma oder eine schwere Lungenerkrankung mit Einengung der
Atemwege (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, COPD) haben - wenn Sie einen unbehandelten hormonproduzierenden Tumor der Nebenniere haben, der einen hohen Blutdruck verursacht (Phäochromozytom) - wenn Sie eine stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes haben (metabolische Azidose) - wenn Sie gleichzeitig bestimmte Arzneimittel gegen Depressionen (MAO-Hemmer) einnehmen (Ausnahme: MAO-B-Hemmer) - bei gleichzeitiger intravenöser Behandlung mit bestimmten anderen Arzneimitteln zur
Blutdrucksenkung oder anderen Arzneimitteln zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (z.B. Kalziumkanalblocker vom Verapamil- oder Diltiazemtyp, Disopyramid) (Ausnahme: Intensivmedizin)
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Metoprolol ratiopharm einnehmen.
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Metoprolol ratiopharm ist erforderlich, - wenn Sie an Asthma leiden. Die Wirkung von bestimmten Arzneimitteln zur Behandlung von Asthma kann beeinflusst werden und es kann nötig sein, die Dosierung anzupassen. Wenn Sie an einer schweren Form von Asthma oder einer schweren Lungenerkrankung mit Einengung der Atemwege (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, COPD) leiden, dürfen Sie Metoprolol ratiopharm nicht einnehmen. - wenn Sie zuckerkrank sind (Diabetes mellitus). Die Anzeichen einer Unterzuckerung (z.B. schneller Herzschlag, Zittern) können durch Metoprolol ratiopharm abgeschwächt werden. Ihr Arzt hat Ihre Blutzuckerwerte in kürzeren Abständen zu überwachen. - wenn Sie eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) haben. Metoprolol ratiopharm kann die Beschwerden verschleiern und sie können sich nach dem Absetzen von Metoprolol ratiopharm verschlimmern. - wenn Sie eine verzögerte Erregungsleitung im Herzen haben (AV-Block 1. Grades). - wenn Sie Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen haben (Raynaud-Syndrom, Claudicatio intermittens), da diese verschlimmert werden können. Bei schweren Durchblutungsstörungen dürfen Sie Metoprolol ratiopharm nicht einnehmen. - wenn Sie einen hormonproduzierenden Tumor der Nebenniere haben (Phäochromozytom). Der Tumor muss vor und während der Einnahme von Metoprolol ratiopharm behandelt werden (mit Alpha-Rezeptorblockern). - wenn Sie operiert werden und ein Narkosemittel bekommen sollen. Bitte teilen Sie Ihrem Arzt oder Zahnarzt mit, dass Sie Metoprolol einnehmen. - wenn Sie gleichzeitig Clonidin, ein Arzneimittel gegen zu hohen Blutdruck, einnehmen. Bei Beendigung der Behandlung muss zuerst Metoprolol und dann Clonidin schrittweise abgesetzt werden. - wenn Sie schon einmal eine schwere Überempfindlichkeitsreaktion (Allergie) hatten oder gegen eine bestehende Überempfindlichkeit behandelt werden (Hyposensibilisierungstherapie. Metoprolol kann sowohl die Empfindlichkeit gegenüber allergieauslösenden Stoffen (Allergenen) als auch die Schwere allergischer Reaktionen erhöhen. - wenn Sie an einer bestimmten Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße (PrinzmetalAngina) leiden. Die Anzahl und Dauer von Angina-Anfällen kann erhöht bzw. verlängert sein. - wenn Sie selbst oder jemand aus Ihrer Familie schon einmal Schuppenflechte (Psoriasis) hatten. - wenn Sie Kontaktlinsen tragen. Metoprolol kann den Tränenfluss verringern.
Wenn Ihr Ruhepuls zu stark absinkt und Beschwerden auftreten, kann Ihr Arzt die Dosis verringern oder Metoprolol ratiopharm schrittweise absetzen.
Dopingwarnhinweis:
Die Anwendung des Arzneimittels Metoprolol ratiopharm 50 mg-Tabletten kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
Einnahme von Metoprolol ratiopharm zusammen mit anderen Arzneimitteln Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
Nehmen Sie Metoprolol ratiopharm nicht ein, wenn Sie bereits eines der folgenden Arzneimittel einnehmen oder verabreicht bekommen:
- bestimmte Arzneimittel gegen Depressionen (MAO-Hemmer) (Ausnahme: MAO-B-Hemmer) - bestimmte andere Arzneimittel zur Blutdrucksenkung oder andere Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (z.B. Kalziumkanalblocker vom Verapamil- oder Diltiazemtyp, Disopyramid) dürfen Ihnen nicht gleichzeitig intravenös (in eine Vene) verabreicht werden (Ausnahme: Intensivmedizin)
Folgende Arzneimittel können die Wirkung von Metoprolol ratiopharm verstärken:
- Bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen (selektive SerotoninWiederaufnahme- Inhibitoren (SSRI) wie Paroxetin, Fluoxetin und Sertralin)
Diphenhydramin (Arzneimittel gegen Schlaflosigkeit und zur Behandlung von Allergien)
Hydroxychloroquin (zur Vorbeugung und Behandlung von Malaria)
Celecoxib (zur Behandlung von Gelenkerkrankungen)
Terbinafin (zur Behandlung von Pilzerkrankungen),
Arzneimittel zur Behandlung von psychischen Erkrankungen (Neuroleptika, z. B.
Chlorpromazin, Triflupromazin, Chlorprothixen)
Cimetidin (gegen Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden)
Hydralazin (gegen erhöhten Blutdruck)
Amiodaron, Chinidin und möglicherweise Propafenon (Arzneimittel zur
Behandlung von Herzrhythmusstörungen)
- Bestimmte Narkosemittel (Inhalationsanästhetika). Bitte teilen Sie Ihrem Arzt oder Zahnarzt mit, dass Sie Metoprolol einnehmen.
Folgende Arzneimittel können die Wirkung von Metoprolol abschwächen:
Rifampicin (Antibiotikum)
Bestimmte entzündungshemmende und schmerzstillende (Prostaglandinsynthese- Hemmer, z.B. Indometacin)
Arzneimittel
Arzneimittel, die die Wirkung von Metoprolol beeinflussen können oder deren Wirkung durch Metoprolol beeinflusst werden kann:
- Andere Arzneimittel gegen erhöhten Blutdruck oder zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen oder Herzleistungsschwäche (z.B. Reserpin, Alpha-Methyldopa, Clonidin, Guanfacin, Klasse I Antiarrhythmika [z.B. Disopyramid], Herzglykoside)
- andere Betablocker, z.B. in Augentropfen zur Behandlung von grünem Star
Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes (Insulin und blutzuckersenkende Arzneimittel zum Einnehmen): Metoprolol kann die Anzeichen einer Unterzuckerung (v.a. einen schnellen Herzschlag) abschwächen. Lassen Sie Ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrollieren. Ihr Arzt wird gegebenenfalls die Dosierung Ihrer blutzuckersenkenden Arzneimittel entsprechend anpassen. Metoprolol ratiopharm kann das Risiko einer schweren Hypoglykämie erhöhen, wenn es zusammen mit bestimmten Antidiabetika, sogenannten Sulfonylharnstoffen (z.B. Gliquidon, Gliclazid, Glibenclamid, Glipizid, Glimepirid oder Tolbutamid), angewendet wird.
- Blutdrucksteigernde Arzneimittel (Sympathomimetika, z.B. Adrenalin, Noradrenalin). Ihr Blutdruck kann erheblich ansteigen.
- Die Wirkung von Adrenalin bei der Behandlung von Überempfindlichkeitsreaktionen kann abgeschwächt sein.
- xanthinhaltige Arzneimittel (z.B. Amino-, Theophyllin: zur Behandlung von Asthma): gegenseitige Abschwächung der Wirkung
Lidocain (Arzneimittel zur örtlichen Betäubung) - bestimmte Arzneimittel gegen Depressionen (MAO-B-Hemmer)
Arzneimittel mit blockierender Wirkung an sympathischen Ganglien
Wenn bei Ihnen eine gleichzeitige Behandlung mit Clonidin (ein Mittel zur Behandlung von Bluthochdruck) beendet werden soll, muss Metoprolol ratiopharm einige Tage früher abgesetzt werden.
Einnahme von Metoprolol ratiopharm zusammen mit Alkohol Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung von Metoprolol ratiopharm verstärken.
Schwangerschaft und Stillzeit Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Sie dürfen Metoprolol ratiopharm während der Schwangerschaft nur in unbedingt notwendigen Fällen und nur auf Anweisung Ihres Arztes einnehmen. Betablocker einschließlich Metoprolol können das ungeborene Kind schädigen und zu einer Frühgeburt führen. Metoprolol kann Nebenwirkungen, wie zum Beispiel verlangsamten Herzschlag beim ungeborenen Kind und beim Neugeborenen verursachen.
Der Wirkstoff von Metoprolol ratiopharm geht in die Muttermilch über. Bei einer Behandlung mit Metoprolol in der Stillzeit ist der Säugling sorgfältig zu überwachen.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Besonders zu Beginn der Behandlung, bei Dosiserhöhung, Präparatewechsel oder durch gleichzeitigen Alkoholgenuss, können Schwindel oder Müdigkeit auftreten. Wenn Sie solche Nebenwirkungen bei sich bemerken, führen Sie kein Fahrzeug und benützen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen.
Metoprolol ratiopharm enthält Natrium Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.
3. Wie ist Metoprolol ratiopharm einzunehmen?
Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Für höhere Dosierungen stehen auch Metoprolol ratiopharm 100 mg-Tabletten zur Verfügung. Metoprolol ratiopharm wird angewendet bei Erwachsenen.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, gelten folgende Dosierungsrichtlinien:
Bluthochdruck: Die empfohlene Dosis beträgt zweimal täglich 50 mg bis 100 mg oder einmal täglich 100 mg bis 200 mg Metoprololtartrat.
Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (chronisch-stabile Angina pectoris): Die empfohlene Dosis beträgt zweimal täglich 50 mg bis 100 mg Metoprololtartrat.
Herzrhythmusstörungen
mit beschleunigtem
Herzschlag
Herzrhythmusstörungen):
Die empfohlene Dosis beträgt zweimal täglich 50 mg bis 100 mg Metoprololtartrat.
(tachykarde
Akutbehandlung eines Herzinfarktes und Vorbeugung eines erneuten Herzinfarktes nach einem Herzinfarkt: Akutbehandlung:
Nach vorhergehender intravenöser Behandlung mit Metoprololtartrat gibt man, beginnend 15 Minuten nach der letzten intravenösen Injektion, in den folgenden 48 Stunden 4-mal täglich 50 mg Metoprololtartrat zum Einnehmen. Bei Patienten, die weniger als 15 mg Metoprololtartrat intravenös vertragen haben, ist die Behandlung mit Tabletten im Anschluss vorsichtig mit 25 mg Metoprololtartrat zu beginnen.
Vorbeugung: Die empfohlene Dosis beträgt zweimal täglich 100 mg Metoprololtartrat.
Vorbeugung von Migräne: Die empfohlene Dosis beträgt zweimal täglich 50 mg bis 100 mg Metoprololtartrat.
Anwendung bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
Anwendung bei Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion Wenn Ihre Leberfunktion stark eingeschränkt ist, wird Ihr Arzt über eine Anpassung der Dosis entscheiden.
Anwendung bei älteren Patienten (ab 65 Jahren) Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
Kinder und Jugendliche Die Sicherheit und Wirksamkeit von Metoprolol ratiopharm bei Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen.
Art der Anwendung Bitte nehmen Sie die Tabletten bei Einmalgabe morgens bzw. bei zweimaliger Gabe morgens und abends nüchtern unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein.
Wenn Sie eine größere Menge von Metoprolol ratiopharm eingenommen haben, als Sie sollten Wenden Sie sich umgehend an einen Arzt oder ein Krankenhaus. Der Arzt kann entsprechend der Schwere der Überdosierung bzw. der Art der Beschwerden über die erforderlichen Maßnahmen entscheiden.
Nehmen Sie diese Gebrauchsinformation und/oder die Verpackung von Metoprolol ratiopharm mit, damit der Arzt weiß, welchen Wirkstoff Sie eingenommen haben.
Die häufigsten Anzeichen je nach Schwere einer Überdosierung sind ein starker Blutdruckabfall, langsamer Puls, unregelmäßiger Herzschlag, Herzleistungsschwäche, Herz-Kreislaufschock und Herzstillstand sowie Atembeschwerden mit Verengung/Verkrampfung der Atemwege, Bewusstseinsstörungen, Koma, Übelkeit, Erbrechen, bläuliche Verfärbung von Haut und Schleimhäuten (Zyanose), Unterzuckerung und Krampfanfälle.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol, anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln, Chinidin (zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen) oder Barbituraten (Beruhigungsmittel) können die Beschwerden verstärkt werden.
Die ersten Anzeichen einer Überdosierung treten üblicherweise 20 Minuten bis 2 Stunden nach der Einnahme des Arzneimittels auf.
Wenn Sie die Einnahme von Metoprolol ratiopharm vergessen haben Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.
Nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald es Ihnen einfällt, und fahren Sie dann mit der Einnahme wie gewohnt fort. Falls es beinahe schon Zeit für die nächste Dosis ist, lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen Sie die nächste Dosis zur gewohnten Zeit ein.
Wenn Sie die Einnahme von Metoprolol ratiopharm abbrechen Die Behandlung mit Metoprolol ratiopharm darf nur in Absprache mit Ihrem Arzt geändert oder beendet werden.
Die Behandlung muss von Ihrem Arzt langsam und schrittweise beendet werden. Plötzliches Absetzen kann zu einer Verschlechterung der Herzerkrankung führen und das Risiko für einen Herzinfarkt und plötzlichen Herztod erhöhen.
Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, wenn Sie die Einnahme unterbrechen oder vorzeitig beenden möchten.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
4.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Sehr häufig (kann mehr als 1 Behandelten von 10 betreffen)
- Müdigkeit
Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)
Schwindel, Kopfschmerz - verlangsamter Herzschlag, niedriger Blutdruck, Blutdruckabfall beim Aufstehen (vereinzelt mit Ohnmachtsanfällen), Herzklopfen
Kalte Hände und Füße, Durchblutungsstörungen in den Fingern (Raynaud-Syndrom)
Atemnot bei Anstrengung
Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung
Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)
Schläfrigkeit oder Schlafstörungen, Alpträume - Missempfindungen wie Kribbeln oder taubes Gefühl in den Gliedmaßen (Parästhesien) - Vorübergehende Verschlechterung einer Herzschwäche, Herz-Kreislaufschock bei
Patienten mit akutem Herzinfarkt, Erregungsleitungsstörungen am Herzen (AV-Block 1. Grades), Wassereinlagerungen ins Gewebe, Brustschmerzen - Atemnot durch Verengung/Verkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus) - Erbrechen - Hautausschlag (in Form eines Schuppenflechte-ähnlichen Nesselausschlages), verstärktes Schwitzen
- Muskelschwäche, Muskelkrämpfe
Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)
- Auftreten oder Verschlechterung einer bestehenden Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Verstärkung einer insulinbedingten Unterzuckerung
Störungen im Fettstoffwechsel (Verminderung des HDL-Cholesterins, Erhöhung der Triglyzeride)
Hörstörungen, Ohrgeräusche bzw. Ohrensausen (Tinnitus), vorübergehender Hörverlust
Verstärkung von bereits bestehenden Durchblutungsstörungen in den Gliedmaßen bis zum
Absterben von Gewebe (Gangrän) - Geschmacksstörungen - Leberentzündung (Hepatitis) - Lichtempfindlichkeitsreaktionen, Verschlechterung oder Auslösung einer Schuppenflechte bzw.
eines Schuppenflechte-ähnlichen Hautausschlages - Gelenkschmerzen
Meldung von Nebenwirkungen Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen Traisengasse 5 1200 WIEN ÖSTERREICH Fax: + 43 (0) 50 555 36207 Website: http://www.basg.gv.at/
Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
5. Wie ist Metoprolol ratiopharm aufzubewahren?
Nicht über 30°C lagern. Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Blister nach „Verwendbar bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
Inhalt der Packung und weitere Informationen
Was Metoprolol ratiopharm enthält
Der Wirkstoff ist Metoprololtartrat. Jede Tablette enthält 50 mg Metoprololtartrat.
Die sonstigen Bestandteile sind: Mikrokristalline Cellulose, Maisstärke, Siliciumdioxid, Magnesiumstearat.
Croscarmellose-Natrium,
Copovidon,
Hochdisperses
Wie Metoprolol ratiopharm Tabletten aussehen und Inhalt der Packung Metoprolol ratiopharm sind weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit Bruchrille und einseitiger Prägung „M“. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden. Metoprolol ratiopharm ist in Blisterpackungen mit 20 und 50 Tabletten erhältlich.
Hersteller Merckle GmbH Ludwig-Merckle-Str. 3 89143 Blaubeuren Deutschland
Merckle GmbH Graf-Arco-Str. 3 89079 Ulm Deutschland
Z.Nr.: 1-20526
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2026. ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt.
Überdosierung
Symptome
Überdosierung kann zu schwerer Hypotonie, Sinusbradykardie, Bradyarrhythmie, kardialen Überleitungsstörungen, Herzinsuffizienz, kardiogenem Schock und Herzstillstand führen. Zusätzlich können Atembeschwerden mit Bronchospasmen, Bewusstseinsstörungen, Koma, Übelkeit, Erbrechen, Zyanose, Hypoglykämie und auch generalisierte Krampfanfälle und Hyperkaliämie auftreten.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol, Antihypertensiva, Chinidin oder Barbituraten können die Symptome verstärkt werden.
Die ersten Anzeichen einer Überdosierung treten üblicherweise 20 Minuten bis 2 Stunden nach Einnahme des Arzneimittels auf.
Therapie
Überwachung der vitalen Parameter unter intensivmedizinischen Bedingungen. Therapeutische Maßnahmen sind die Gabe von Aktivkohle, Laxantien und, sofern erforderlich, Magenspülung.
Atropin, Sympathomimetika oder temporärer Schrittmacher zur Behandlung von Bradykardie und Überleitungsstörungen.
Bei Schock, akutem Herzversagen und Hypotonie können Plasma oder Plasmaersatzmittel, eine Bolusinjektion Glucagon (falls erforderlich gefolgt von einer i.v. Infusion von Glucagon), Sympathomimetika wie z.B. Dobutamin intravenös, und zusätzlich α1-Rezeptoragonisten bei Vasodilatation verabreicht werden.
Die Gabe von Calcium-Ionen kann ebenfalls in Betracht gezogen werden.
Bei Bronchospasmen kann ein Bronchodilatator (Beta-2-Sympathomimetikum) verabreicht werden. Bei generalisierten Krampfanfällen empfiehlt sich die langsame intravenöse Gabe von Diazepam.
Die zur Behandlung der Überdosierung erforderlichen Dosen können viel höher sein als die üblichen therapeutischen Dosen, da die Betarezeptoren durch den Betablocker blockiert sind.