Brustrekonstruktion nach Brustkrebs in Wien

Neben der erfolgreichen Behandlung der Erkrankung spielt für viele Patientinnen die Wiederherstellung der Brust eine wichtige Rolle. Eine Brustrekonstruktion kann Körpergefühl und Lebensqualität nachhaltig verbessern – mit einer Brust, die in Form, Größe und Kontur möglichst natürlich wirkt.

  • Dauer 2–8 Std.
  • Narkose Vollnarkose
  • Aufenthalt stationär
  • Ausfallzeit 2–4 Wochen
  • Sport wieder nach 8 Wochen
  • Endergebnis nach 6–12 Monaten
  • Kosten individuell

Was ist eine Brustrekonstruktion nach Brustkrebs?

Die rekonstruktive Brustchirurgie gehört zu den anspruchsvollsten Bereichen der Plastischen Chirurgie. Jede Brustrekonstruktion wird individuell geplant und richtet sich nach der Art der Tumorbehandlung, den anatomischen Voraussetzungen sowie den persönlichen Wünschen der Patientin.

Unter einer Brustrekonstruktion nach Brustkrebs versteht man den operativen Wiederaufbau einer Brust nach einer brusterhaltenden Operation oder nach einer vollständigen Brustentfernung (Mastektomie). Je nach Ausgangssituation kann die Brust

  • mit einem Implantat,
  • mit körpereigenem Gewebe,
  • oder durch eine Kombination beider Verfahren rekonstruiert werden.

Auch Brustwarze und Warzenhof können in einem späteren Eingriff rekonstruiert werden, um ein möglichst natürliches Gesamtbild zu erzielen.

Für wen eignet sich eine Brustrekonstruktion nach Brustkrebs?

Eine Brustrekonstruktion nach Brustkrebs eignet sich für Frauen,

  • nach einer vollständigen Brustentfernung aufgrund eines Mammakarzinoms,
  • nach einer prophylaktischen Mastektomie bei erhöhtem genetischem Risiko,
  • nach Teilentfernungen der Brust mit deutlichen Formveränderungen,
  • bei angeborenen oder erworbenen Brustdefekten,
  • oder nach Komplikationen früherer Brustoperationen.

Grundsätzlich kann eine Brustrekonstruktion sowohl unmittelbar während der Brustentfernung als auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Sofortrekonstruktion oder Spätrekonstruktion?

Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten.

Bei der Sofortrekonstruktion wird die Brust unmittelbar im Rahmen der Tumoroperation wieder aufgebaut. Vorteile sind:

  • nur eine größere Operation,
  • Erhalt eines möglichst natürlichen Hautmantels,
  • häufig bessere ästhetische Ergebnisse,
  • geringere psychische Belastung durch den Verlust der Brust.

Ob eine Sofortrekonstruktion möglich ist, hängt unter anderem von der Tumorerkrankung und der geplanten onkologischen Behandlung ab.

Bei der Spätrekonstruktion erfolgt der Brustaufbau Monate oder Jahre nach Abschluss der Krebstherapie. Dieses Vorgehen kann sinnvoll sein, wenn zunächst Chemotherapie oder Bestrahlung im Vordergrund stehen oder die Patientin sich erst später für einen Wiederaufbau entscheidet. Beide Verfahren können hervorragende Ergebnisse erzielen.

Welche Möglichkeiten der Brustrekonstruktion gibt es?

Je nach individueller Situation kommen unterschiedliche Verfahren infrage.

  • Brustrekonstruktion mit Implantaten: Hierbei wird die Brust mithilfe moderner Silikonimplantate wieder aufgebaut. Häufig erfolgt zunächst die Einlage eines Gewebeexpanders, bevor später das endgültige Implantat eingesetzt wird. Diese Methode eignet sich besonders bei ausreichender Hautqualität und wenn keine ausgeprägten Strahlenschäden vorliegen.
  • Brustrekonstruktion mit Eigengewebe: Hierbei wird körpereigenes Gewebe verwendet, beispielsweise vom Bauch (DIEP-Lappen), Rücken (Latissimus-dorsi-Lappen), Oberschenkel oder Gesäß. Der Vorteil besteht darin, dass ausschließlich körpereigenes Gewebe verwendet wird. Die rekonstruierte Brust fühlt sich besonders natürlich an und verändert sich ähnlich wie die übrigen Körpergewebe.
  • Kombination verschiedener Verfahren: In vielen Fällen wird Eigengewebe mit einem Implantat kombiniert, um sowohl Form als auch Volumen optimal wiederherzustellen.

Welche Methode für Sie geeignet ist, hängt von zahlreichen individuellen Faktoren ab und wird ausführlich im persönlichen Beratungsgespräch besprochen.

Wie lange dauert die Operation?

Die Operationsdauer richtet sich nach der gewählten Rekonstruktionsmethode.

  • Implantatrekonstruktion: etwa 2 Stunden
  • Eigengeweberekonstruktion: etwa 5 bis 8 Stunden
  • komplexe mikrochirurgische Rekonstruktionen: teilweise länger

Über den zu erwartenden Operationsumfang werden Sie im Vorfeld ausführlich informiert.

Wie läuft die Operation ab?

Die Brustrekonstruktion erfolgt in Vollnarkose und sollte im stationären Bereich erfolgen. Der genaue Ablauf richtet sich nach der gewählten Operationsmethode.

Bei einer Implantatrekonstruktion wird zunächst eine Implantattasche vorbereitet und das Implantat beziehungsweise ein Gewebeexpander eingesetzt.

Bei einer Eigengeweberekonstruktion wird zunächst das benötigte Gewebe entnommen und anschließend mikrochirurgisch oder gestielt an der Brust transplantiert. Ziel ist eine möglichst natürliche Brustform mit guter Durchblutung und langfristiger Stabilität.

Nach Abschluss der Rekonstruktion werden Drainagen eingelegt und die Wunden schichtweise verschlossen.

Rekonstruktion der Brustwarze

Ist die eigentliche Brustrekonstruktion abgeschlossen, kann in einem weiteren Schritt die Brustwarze rekonstruiert werden. Hierfür stehen verschiedene plastisch-chirurgische Techniken sowie medizinische Tätowierungen zur Verfügung, um Form und Farbe möglichst natürlich nachzubilden.

Was ist vor der Operation zu beachten?

Vor jeder Brustrekonstruktion erfolgt eine ausführliche Beratung sowie eine enge Abstimmung mit den behandelnden Gynäkologen und Onkologen.

Vor dem Eingriff sollten Sie:

  • möglichst vollständig auf Nikotin verzichten,
  • ein stabiles Körpergewicht anstreben,
  • blutverdünnende Medikamente nach Rücksprache pausieren,
  • alle notwendigen Voruntersuchungen durchführen lassen.

Insbesondere bei mikrochirurgischen Rekonstruktionen spielt eine gute allgemeine Gesundheit eine wichtige Rolle für die Einheilung des transplantierten Gewebes.

Was ist nach der Operation zu beachten?

Nach der Operation richtet sich die Nachbehandlung nach dem jeweiligen Rekonstruktionsverfahren. Je nach Eingriff sollten Sie:

  • körperliche Belastungen zunächst vermeiden,
  • Kompressionswäsche oder spezielle BHs tragen,
  • die Wunden regelmäßig kontrollieren lassen,
  • auf eine sorgfältige Narbenpflege achten,
  • alle Nachkontrollen wahrnehmen.

Nach mikrochirurgischen Eingriffen erfolgt zunächst eine engmaschige Überwachung der Durchblutung des transplantierten Gewebes.

Wann kann ich wieder arbeiten?

Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit hängt vom Operationsumfang ab. Nach einer Implantatrekonstruktion können viele Patientinnen nach etwa 2 bis 4 Wochen wieder arbeiten. Nach einer Eigengeweberekonstruktion sollte meist eine Erholungszeit von 4 bis 8 Wochen eingeplant werden. Bei körperlich belastenden Berufen kann eine längere Schonungszeit erforderlich sein.

Wann darf ich wieder Sport machen?

Leichte Spaziergänge sind bereits wenige Tage nach der Operation sinnvoll. Je nach Operationsmethode gilt ungefähr:

  • leichtes Ausdauertraining: nach etwa 4 bis 6 Wochen
  • Krafttraining: nach etwa 8 Wochen
  • intensive sportliche Belastung: nach individueller Freigabe

Insbesondere nach Eigengeweberekonstruktionen richtet sich der Belastungsaufbau nach dem Heilungsverlauf.

Ab wann können die Wunden nass werden?

In der Regel erfolgt eine Nahtentfernung nach 14 Tagen. Werden selbstauflösende Nähte verwendet, können eventuell randständige Knoten ebenso nach 14 Tagen entfernt werden. Das Duschen und das Nasswerdenlassen des operierten Gebietes ist einen Tag nach der Nahtentfernung erlaubt (ab dem 15. postoperativen Tag). Alternativ können früher Duschpflaster verwendet werden. Hierfür müssen Duschpflaster vor dem Duschen über den eigentlichen Verband aufgetragen und danach wieder abgenommen werden.

Wann ist das Endergebnis sichtbar?

Unmittelbar nach der Operation sind Schwellungen und Spannungsgefühle normal. In den folgenden Monaten passt sich das rekonstruierte Gewebe zunehmend an. Ein weitgehend stabiles Ergebnis kann meist nach 6 bis 12 Monaten (bei Eigengewebsrekonstruktionen) beurteilt werden. Sind weitere Korrektureingriffe oder eine Brustwarzenrekonstruktion geplant, kann sich dieser Zeitraum entsprechend verlängern.

Welche Risiken und Komplikationen gibt es?

Wie jeder operative Eingriff ist auch eine Brustrekonstruktion mit allgemeinen Operationsrisiken verbunden. Hierzu zählen:

  • Nachblutungen
  • Infektionen
  • Wundheilungsstörungen
  • Schwellungen
  • Narbenbildung
  • Thrombosen
  • Sensibilitätsstörungen

Zusätzliche Risiken hängen vom jeweiligen Rekonstruktionsverfahren ab. Bei Implantaten können unter anderem auftreten:

  • Kapselfibrose
  • Implantatverschiebung
  • Implantatruptur
  • selten notwendige Folgeoperationen

Bei Eigengeweberekonstruktionen bestehen zusätzlich Risiken wie:

  • Durchblutungsstörungen des transplantierten Gewebes
  • teilweiser oder vollständiger Gewebeverlust
  • Wundheilungsstörungen an der Entnahmestelle
  • längere Operations- und Erholungszeiten

Durch moderne mikrochirurgische Techniken und eine sorgfältige Nachbetreuung können viele dieser Risiken deutlich reduziert werden.

Was kostet eine Brustrekonstruktion nach Brustkrebs?

Die Brustrekonstruktion nach Brustkrebs ist in den meisten Fällen Bestandteil der rekonstruktiven Versorgung nach einer Tumorerkrankung. Liegt eine medizinische Indikation vor, werden die Kosten in der Regel von der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung übernommen. Welche Leistungen im Einzelfall übernommen werden, richtet sich nach der jeweiligen Versicherung und dem geplanten Rekonstruktionsverfahren. Im persönlichen Beratungsgespräch informieren wir Sie ausführlich über die möglichen Behandlungsoptionen sowie den individuellen organisatorischen Ablauf.

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Brustrekonstruktion?

Eine Brustrekonstruktion kann entweder unmittelbar im Rahmen der Brustentfernung (Sofortrekonstruktion) oder nach Abschluss der Krebsbehandlung (Spätrekonstruktion) erfolgen. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von der Tumorerkrankung, der geplanten Therapie und Ihren persönlichen Wünschen ab.

Ist eine Brustrekonstruktion auch nach einer Bestrahlung möglich?

Ja. Auch nach einer Strahlentherapie kann eine Brustrekonstruktion durchgeführt werden. In vielen Fällen eignet sich dabei eine Rekonstruktion mit körpereigenem Gewebe besonders gut. Welche Methode empfohlen wird, wird individuell entschieden.

Sieht die rekonstruierte Brust natürlich aus?

Moderne rekonstruktive Verfahren ermöglichen heute sehr natürliche Ergebnisse. Ziel ist eine Brust, die sich harmonisch in Ihre Körperproportionen einfügt. Trotz größter Sorgfalt lässt sich die ursprüngliche Brust jedoch nicht vollständig identisch wiederherstellen.

Muss eine Brustrekonstruktion in mehreren Schritten erfolgen?

Häufig ja. Je nach Ausgangssituation können mehrere Eingriffe sinnvoll sein, beispielsweise zur Feinkorrektur der Brustform, zur Angleichung der Gegenseite oder zur Rekonstruktion von Brustwarze und Warzenhof. Dadurch lässt sich das ästhetische Gesamtergebnis häufig weiter optimieren.

Individuelle Beratung: Jede Behandlung wird persönlich geplant. Vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch – wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen.