Brustwiederaufbau nach Brustkrebs – Überblick über die Verfahren
Diese Übersichtsarbeit fasst zusammen, wie die Brust nach einer Krebsoperation wiederhergestellt werden kann. Nach einer teilweisen oder vollständigen Entfernung der Brust (Mastektomie) stehen betroffenen Frauen mehrere Wege offen: der Aufbau mit einem Silikonimplantat, der Aufbau mit körpereigenem Gewebe (zum Beispiel Haut, Fett und Gefäße vom Bauch) oder Kombinationen daraus. Die Autoren erklären außerdem, wann der Wiederaufbau sinnvoll ist – entweder sofort während der Krebsoperation oder zeitversetzt nach Abschluss der Behandlung. Ziel des Artikels ist es, Ärztinnen und Ärzten sowie Patientinnen einen verständlichen Überblick über Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden, den passenden Zeitpunkt und wichtige Auswahlkriterien zu geben. Für Patientinnen bedeutet das: Der Wiederaufbau der Brust ist ein individuell planbarer Schritt, der Aussehen und Lebensqualität nach der Krebsbehandlung deutlich verbessern kann und gemeinsam mit dem Behandlungsteam sorgfältig abgestimmt werden sollte.
Bergmeister K. D., Rohrbacher A., Flores T. et al., Wiener klinische Wochenschrift, 2020
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Bakterien auf Brustimplantaten erhöhen das Risiko für Komplikationen
In dieser Studie untersuchten die Forschenden, ob Bakterien auf der Oberfläche von Brustimplantaten zu Komplikationen führen. Bei 66 Patientinnen wurden 100 Implantate im Rahmen von Wechseloperationen kontrolliert und dabei Abstriche von der Implantathülle und der umgebenden Gewebekapsel entnommen. Bei 16 Prozent der Implantate fanden sich Bakterien, am häufigsten der Hautkeim Staphylococcus epidermidis. Zeigte ein Implantat eine bakterielle Besiedelung, traten deutlich öfter Probleme auf – vor allem ein Reißen (Ruptur) der Implantathülle. Besonders bei Frauen, die nach Brustkrebs operiert worden waren, war dieser Zusammenhang statistisch bedeutsam. Für Patientinnen heißt das: Selbst geringe, oft unbemerkte Keimmengen können die Haltbarkeit eines Implantats beeinträchtigen. Sorgfältige Hygiene während der Operation und regelmäßige Kontrollen sind daher wichtig, um Komplikationen früh zu erkennen und rechtzeitig behandeln zu können.
Flores T., Kerschbaumer C., Jaklin F. J. et al., Plastic and Reconstructive Surgery, 2023
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Blutarmut vor der Operation erhöht Wundflüssigkeit nach dem Brustaufbau
Diese Studie ging der Frage nach, welche Faktoren nach einem Brustwiederaufbau zu vermehrter Wundflüssigkeit und Blutverlust führen. Ausgewertet wurden 257 Wiederaufbauten bei 195 Patientinnen, unterteilt in drei Verfahren: Gewebeexpander (ein Platzhalter, der die Haut dehnt), endgültiges Implantat und Aufbau mit körpereigenem Gewebe. Wichtigstes Ergebnis: Eine bereits vor der Operation bestehende Blutarmut (Anämie, niedriger Hämoglobinwert) führte zu deutlich mehr Wundflüssigkeit über die Drainagen. Klassische Risikofaktoren wie Rauchen, Körpergewicht oder Alter hatten dagegen keinen messbaren Einfluss. Auch eine längere Operationsdauer und die Entfernung von Achsellymphknoten steigerten die Flüssigkeitsmenge. Für Patientinnen bedeutet das: Eine Blutarmut sollte möglichst schon vor der Operation erkannt und behandelt werden. So lassen sich Wundkomplikationen verringern und der Krankenhausaufenthalt kann kürzer ausfallen.
Flores T., Jaklin F. J., Rohrbacher A. et al., Journal of Clinical Medicine, 2022
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Zu selten zur Kontrolle – gerissene Brustimplantate werden spät entdeckt
Diese Untersuchung zeigt, wie wichtig regelmäßige Kontrollen bei Brustimplantaten sind. Ausgewertet wurden 56 Patientinnen mit insgesamt 97 Implantaten, die eine Wechseloperation benötigten. Nur rund 15 Prozent gingen regelmäßig einmal im Jahr zur Untersuchung mit Bildgebung; die übrigen rund 85 Prozent kamen erst, wenn Schmerzen oder Veränderungen des Aussehens auftraten. Fast die Hälfte der Implantate war gerissen (Ruptur). Viele dieser Risse blieben lange unbemerkt – im Schnitt waren die Implantate 15 bis 17 Jahre eingesetzt. Ein Teil der Risse verursachte gar keine Beschwerden und wurde nur durch die Kontrolluntersuchung entdeckt. Patientinnen mit gerissenem Implantat mussten länger im Krankenhaus bleiben. Für Betroffene bedeutet das: Jährliche Kontrollen mit Tastuntersuchung und Bildgebung helfen, stille Schäden früh zu erkennen und schwerwiegende Folgen zu vermeiden.
Flores T., Kerschbaumer C., Glisic C. et al., Journal of Clinical Medicine, 2024
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Schmerzkatheter (Paravertebralblock) erhöht Blut- und Wundflüssigkeitsverlust nicht
Diese Studie prüfte, ob ein sogenannter Paravertebralblock – ein Schmerzkatheter neben der Wirbelsäule zur Betäubung – nach einem Brustwiederaufbau zu mehr Blutung oder Wundflüssigkeit führt. Der Hintergrund: Solche Blockaden erweitern die Blutgefäße, weshalb man ein erhöhtes Blutungsrisiko vermutete. Untersucht wurden 115 Patientinnen, die nach einer Brustentfernung sofort einen Aufbau mit Implantat erhielten; 52 bekamen einen Paravertebralblock, 63 nicht. Das Ergebnis war eindeutig: Beim Abfall des Blutfarbstoffs (Hämoglobin), bei der Menge der Wundflüssigkeit und bei der Dauer des Krankenhausaufenthalts gab es keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen. Komplikationen durch die Blockade traten nicht auf. Für Patientinnen bedeutet das: Diese Form der Schmerzbehandlung ist ein sicheres Verfahren, das die Schmerzen nach der Operation lindert, ohne den Heilungsverlauf oder den Blutverlust zu verschlechtern.
Flores T., Jaklin F. J., Mayrl M. S. et al., Journal of Clinical Medicine, 2025
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Bakterien und Entzündung als Hauptursache für Implantatkomplikationen
Diese Studie untersuchte, wie Bakterien und Entzündungen zu Problemen mit Brustimplantaten beitragen. Bei 97 Patientinnen wurden 125 Implantate bei Wechseloperationen kontrolliert und dabei 631 Proben aus Abstrichen und Gewebekapseln entnommen – sowohl nach Brustkrebs als auch nach kosmetischer Brustvergrößerung. Bei rund 22 Prozent der Implantate fanden sich Bakterien, bei fast der Hälfte zeigte das Gewebe eine Entzündung. Wichtig: In besiedelten Implantaten trat die Entzündung deutlich häufiger auf, und entzündete Implantate hatten wesentlich mehr Komplikationen, vor allem Risse. Kosmetische Implantate waren im Schnitt viel länger eingesetzt (rund 14 Jahre gegenüber knapp 4 Jahren) und zeigten mehr Entzündung. Für Patientinnen bedeutet das: Auch unbemerkte, geringe Keimmengen können Entzündungen anstoßen und Implantate schädigen. Zudem fördert eine lange Liegedauer für sich allein eine schleichende Entzündung – ein weiterer Grund für regelmäßige Kontrollen.
Kerschbaumer C., Bergmeister K. D., Bartellas G. et al., Journal of Clinical Medicine, 2026
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