Ästhetische Chirurgie

Neue minimalinvasive Verfahren zur Rektusdiastase-Korrektur

Fachartikel aus der Schweiz und Brasilien beschreiben neue minimalinvasive OP-Techniken zur Korrektur der Rektusdiastase, die auf eine schonendere Wiederherstellung der Bauchwandfunktion zielen.

Die Rektusdiastase bezeichnet eine Auseinanderweichung der beiden geraden Bauchmuskeln entlang der mittleren Bindegewebslinie (Linea alba) um mehr als zwei Zentimeter. Sie kann funktionelle Beschwerden wie ein Gefühl von Instabilität im Rumpf oder Rückenschmerzen verursachen und geht häufig mit einer sichtbaren Vorwölbung der Bauchdecke einher. Zwei aktuelle Fachartikel aus der Schweiz und aus Brasilien beschreiben, wie sich die operative Versorgung der Rektusdiastase in den letzten Jahren in Richtung weniger invasiver Verfahren entwickelt hat.

Extraperitoneale und robotergestützte Zugänge

Ein Übersichtsartikel aus der Schweiz ordnet die Rektusdiastase anhand der Klassifikation der European Hernia Society ein, die als Grundlage für die Behandlungsentscheidung dient, und beschreibt die Sichtweise der auf die Bauchwand spezialisierten Chirurgie. Nach einer strukturierten physiotherapeutischen Vorbehandlung stellen minimalinvasive, außerhalb der Bauchhöhle (extraperitoneal) durchgeführte Verfahren – insbesondere robotergestützte Techniken – bei ausgewählten Patientinnen und Patienten ohne ausgeprägten Hautüberschuss eine Alternative zur klassischen Bauchdeckenstraffung dar. Da bei diesen Zugängen auf eine großflächige Ablösung der Haut vom darunterliegenden Gewebe verzichtet werden kann, soll die Belastung für den Körper geringer ausfallen als bei herkömmlichen offenen Verfahren. Nach Angabe der Autoren geht es bei der Versorgung nicht allein um das kosmetische Ergebnis, sondern vor allem um die vollständige Wiederherstellung der biomechanischen und funktionellen Eigenschaften der Bauchwand.

Die MILA-Technik mit Erhalt des Nabelbandes

Eine brasilianische Arbeit beschreibt im Detail eine als MILA (Minimally Invasive Lipoabdominoplasty) bezeichnete Technik, bei der die Diastase endoskopisch in einer Gewebeschicht oberhalb der Bauchmuskelfaszie korrigiert wird. Eine Besonderheit dieser Technik ist der gezielte Erhalt des sogenannten Nabelbandes, eines Bindegewebsstrangs, der die Position und die natürliche Form des Bauchnabels mitbestimmt. Die Autoren beschreiben ausführlich die einzelnen Operationsschritte, die anatomischen Grundlagen sowie die Kriterien zur Patientenauswahl, um die Technik für andere Chirurginnen und Chirurgen nachvollziehbar und standardisiert reproduzierbar zu machen. Klinische Ergebnisse einzelner behandelter Patientinnen und Patienten werden in dieser Arbeit ausdrücklich nicht ausgewertet.

Beide Arbeiten sind als Technikbeschreibungen beziehungsweise Übersichtsartikel angelegt und enthalten keine systematische Auswertung klinischer Ergebnisse, Komplikationsraten oder direkten Vergleiche mit der klassischen Bauchdeckenstraffung. Sie zeigen jedoch übereinstimmend einen Trend hin zu weniger invasiven operativen Zugängen bei der Rektusdiastase, deren tatsächlicher Stellenwert im Vergleich zu etablierten Verfahren erst durch künftige vergleichende Studien mit klinischen Ergebnisdaten, Komplikationsraten und längerer Nachbeobachtung beurteilt werden kann.

Hinweis: Dieser Beitrag fasst veröffentlichte Studienergebnisse zusammen und dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung. Ob und wie Erkenntnisse aus Studien auf Ihre persönliche Situation zutreffen, lässt sich nur im individuellen Gespräch klären.

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