Kapitel 10 von 11 · Botulinumtoxin & Filler

Glossar der Fachbegriffe

Von Anaphylaxie über Hyaluronidase und Ischämie bis Tyndall-Effekt: die wichtigsten Fachbegriffe rund um Botulinumtoxin und Filler kurz erklärt.

Anaphylaxie
Rasch einsetzende schwere allergische Reaktion, die Atemwege und Kreislauf gefährden kann.
Antikörper, neutralisierend
Vom Immunsystem gebildete Eiweiße, die ein Arzneimittel binden und dessen Wirkung vermindern können. Bei ästhetischer Botulinumtoxindosis selten.
Aspiration
Zurückziehen am Spritzenkolben vor Injektion. Ein negativer Test schließt eine Gefäßlage nicht sicher aus.
Biostimulator
Injizierbares Material, das eine längerfristige Gewebereaktion und Kollagenbildung anregen soll, zum Beispiel Poly-L-Milchsäure oder Calciumhydroxylapatit.
Biofilm
Gemeinschaft von Mikroorganismen in einer schützenden Matrix. Als Erklärung mancher später Fillerentzündungen diskutiert, im Einzelfall oft schwer nachzuweisen.
Botulinumtoxin Typ A
Arzneistoff, der die Acetylcholinfreisetzung an Nervenendigungen vorübergehend hemmt und dadurch Muskelaktivität reduziert.
Charge
Kennnummer einer konkreten Herstellungsserie; für Rückverfolgung und Sicherheitsmeldungen wichtig.
Depotinjektion
Ablage einer begrenzten Materialmenge an einem definierten Ort.
Diffusion
Ausbreitung eines Wirkstoffs in benachbartes Gewebe. Bei Botulinumtoxin kann sie unerwünschte Muskeln erreichen.
Embolie
Verschluss eines Gefäßes durch eingeschwemmtes Material. Filler kann über Gesichtsgefäße bis zur Augenstrombahn gelangen.
Filler
Injizierbares Material zur Veränderung von Volumen, Kontur oder Gewebeeigenschaften.
Granulom
Knotenartige chronische Immunreaktion auf Material oder andere Reize.
Hyaluronsäure, HA
Natürlich im Körper vorkommendes Zuckermolekül; für Filler industriell hergestellt und meist quervernetzt.
Hyaluronidase
Enzym, das Hyaluronsäure spaltet. Es löst keine anderen Füllmaterialien und repariert einen bereits eingetretenen Gewebeschaden nicht automatisch.
Ischämie
Unzureichende Blut- und Sauerstoffversorgung eines Gewebes.
Kanüle
Häufig stumpfes, flexibles Injektionsinstrument mit seitlicher Öffnung. Auch eine Kanüle kann Gefäße verletzen.
Kapillarfüllung
Wiederkehr der Hautfarbe nach kurzem Druck; verzögerte Füllung kann auf Durchblutungsstörung hinweisen.
Kohäsivität
Innerer Zusammenhalt eines Fillergels.
Kollateralversorgung
Alternative Gefäßwege, die ein Gewebe mit Blut versorgen können. Manche Regionen besitzen nur begrenzte Reserven.
Migration
Sicht- oder tastbare Lage von Material außerhalb der beabsichtigten Kontur.
Nekrose
Absterben von Gewebe, beispielsweise nach längerem Gefäßverschluss.
Neuromuskuläre Endplatte
Kontaktstelle zwischen motorischem Nerv und Muskel.
Off-label
Ärztliche Anwendung außerhalb der behördlich genehmigten Indikation, Dosis, Region oder Zielgruppe eines Arzneimittels.
PMMA
Polymethylmethacrylat, ein permanentes synthetisches Füllmaterial.
Ptosis
Herabsinken eines Lids oder einer Braue.
Quervernetzung
Chemische Verbindung von Hyaluronsäureketten, die Abbau und mechanische Eigenschaften verändert.
Rheologie
Lehre vom Fließen und Verformen; beschreibt unter anderem, wie ein Filler unter Druck und Bewegung reagiert.
Tyndall-Effekt
Bläulich-grauer Eindruck durch zu oberflächlich liegendes transparentes Material und Lichtstreuung.
Ultraschall, hochfrequent
Bildgebung oberflächlicher Gewebeschichten, die Fillerdepots und Gefäße darstellen kann.
Vaskuläre Okklusion
Teilweiser oder vollständiger Gefäßverschluss.
Viskosität
Widerstand eines Materials gegen Fließen; nur eine von mehreren relevanten Fillereigenschaften.
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