Kapitel 13 von 15 · Straffung nach Gewichtsverlust

Glossar: die wichtigsten Fachbegriffe

Pannikulektomie, Abdominoplastik, Bodylift, Serom, Dehiszenz, Lipödem und weitere Begriffe rund um Straffungen – kurz erklärt.

421Abdominoplastik

Operative Formung der vorderen Bauchdecke durch Entfernung überschüssiger Haut und Fettgewebsanteile. Häufig wird der Nabel neu positioniert; je nach Befund kann zusätzlich die Bauchfaszie gerafft werden. Der Begriff sagt allein noch nicht, wie weit die Operation seitlich reicht oder ob eine Fettabsaugung erfolgt.

422Anämie

Blutarmut, meist erkennbar an vermindertem Hämoglobin. Nach starker Gewichtsabnahme können Eisen-, Vitamin-B12- oder Folatmangel beitragen. Anämie verringert die Reserve bei Blutverlust und sollte vor großen elektiven Eingriffen abgeklärt und behandelt werden.

423Anastomose

Operativ geschaffene Verbindung zwischen Hohlorganen, zum Beispiel zwischen Magen und Dünndarm bei einem Magenbypass. Engstellen, Geschwüre oder andere Probleme an einer Anastomose können Essen und Nährstoffversorgung beeinträchtigen. Solche Beschwerden werden vor einer elektiven Körperformung bariatrisch abgeklärt.

424Autoaugmentation

Formaufbau mit körpereigenem Gewebe, das innerhalb einer Region verlagert wird. Bei der Bruststraffung kann vorhandenes Brustgewebe zur oberen Fülle umgeformt werden; beim Gesäß können Gewebelappen des Bodylifts Volumen schaffen. Es entsteht kein neues Gewebe, sondern eine neue Verteilung.

425Bariatrische Operation

Operativer Eingriff zur Behandlung schwerer Adipositas und ihrer Folgeerkrankungen, etwa Schlauchmagen oder Magenbypass. Die Verfahren unterscheiden sich in Anatomie, Gewichtsverlauf und Risiko für Nährstoffmängel. Lebenslange Nachsorge bleibt erforderlich.

426Bodylift

Sammelbegriff für ausgedehnte Straffungen des Rumpfs. Ein Lower Body Lift behandelt meist Bauch, Flanken, Gesäß und äußere Oberschenkel zirkulär; ein Upper Body Lift betrifft obere Rumpfregionen. Der genaue Inhalt muss beschrieben werden, weil der Begriff nicht völlig standardisiert ist.

427Brachioplastik

Oberarmstraffung. Überschüssige Haut wird meist über einen Schnitt von der Achsel in Richtung Ellenbogen entfernt. Lage und Länge der Narbe hängen vom Befund ab. Begrenzte Fettabsaugung kann ergänzen, ersetzt aber die Hautentfernung nicht.

428Body-Mass-Index

Der BMI ist Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. Er dient als grober Risikomarker, bildet aber Fettverteilung, Muskelmasse, Fitness und individuelle Gesundheit nur unvollständig ab. Bei Körperformung ist er ein Faktor unter mehreren.

429Diastase

Verbreiterung des Abstands zwischen den geraden Bauchmuskeln entlang der Mittellinie. Die verbindende Faszie ist gedehnt; es liegt nicht automatisch ein echtes Loch wie bei einer Hernie vor. Training kann Funktion verbessern, eine operative Raffung die Anatomie verändern.

430Dog Ear

Zipfelförmiger Gewebeüberschuss am Ende einer Narbe. Er entsteht durch die Geometrie einer länglichen Hautentfernung und kann sich teilweise abflachen. Größere Dog Ears werden gegebenenfalls später korrigiert, oft um den Preis einer Narbenverlängerung.

431Fleur-de-lis-Abdominoplastik

Bauchstraffung mit horizontaler und zusätzlicher vertikaler Hautentfernung. Sie eignet sich bei starkem Überschuss sowohl von oben nach unten als auch in der Breite. Der starke Konturgewinn wird mit einer zusätzlichen senkrechten Bauchmittelliniennarbe erkauft.

432Gastroparese

Verzögerte Magenentleerung ohne mechanische Blockade. Sie kann bei Diabetes, neurologischen Erkrankungen oder unter bestimmten Medikamenten eine Rolle spielen. Vor Narkose ist sie relevant, weil trotz Fasten Mageninhalt vorhanden sein kann.

433GLP-1-Rezeptoragonist

Medikamentenklasse, die unter anderem Blutzucker, Appetit und Magenentleerung beeinflusst. Wirkstoffe wie Semaglutid werden bei Typ-2-Diabetes und in passender Zulassung zur Adipositastherapie eingesetzt. Rund um Operationen ist eine individuelle Abstimmung nötig; ein pauschales dauerhaftes Absetzen ist nicht gerechtfertigt.

434Hämatom

Ansammlung von Blut im Gewebe. Kleine Blutergüsse werden meist abgebaut; ein rasch wachsendes Hämatom kann Druck, Blutverlust und Durchblutungsprobleme verursachen und eine erneute Operation erfordern.

435Hernie

Bruchlücke in der Bauchwand, durch die Fett oder Darm hervortreten kann. Sie unterscheidet sich von der Rektusdiastase. Beschwerden, Größe und Einklemmungsrisiko bestimmen die Behandlung. Eine Kombination mit Bauchdeckenstraffung wird interdisziplinär geplant.

436Intertrigo

Entzündung in Hautfalten durch Feuchtigkeit, Reibung und gestörte Hautbarriere, teils mit Pilzen oder Bakterien. Behandlung umfasst Trockenhalten, Reibungsreduktion und gezielte Medikamente nach Diagnose. Wiederholte fachärztliche Dokumentation kann für die funktionelle Indikation wichtig sein.

437Kapselkontraktur

Verhärtung und Schrumpfung der natürlichen Bindegewebskapsel um ein Brustimplantat. Sie kann die Brust fest, schmerzhaft und verformt machen. Je nach Schwere sind Beobachtung oder erneute Operation möglich.

438Keloid

Überschießende Narbe, die über die ursprünglichen Wundgrenzen hinauswächst. Sie unterscheidet sich von der hypertrophen Narbe. Behandlung ist schwierig und kombiniert häufig mehrere Methoden; eine alleinige Entfernung kann zu erneutem Wachstum führen.

439Lipoabdominoplastik

Kombination aus Bauchdeckenstraffung und gezielter Fettabsaugung. Die Technik kann Übergänge und Taille verbessern, muss aber Durchblutung, Flüssigkeit und Operationsumfang berücksichtigen. Der Begriff beschreibt nicht automatisch ein einheitliches standardisiertes Verfahren.

440Liposuktion

Operative Absaugung von Unterhautfett durch Kanülen. Sie dient der Konturierung und bei bestimmten Erkrankungen therapeutischen Zielen. Sie entfernt keine überschüssige Haut und ist keine allgemeine Methode zur Gewichtsabnahme.

441Lymphödem

Chronische Schwellung durch unzureichenden Abtransport von Lymphflüssigkeit. Sie kann primär, nach Lymphknotenoperation oder durch andere Schäden entstehen. Diagnose und Behandlung gehören in spezialisierte Hände; Straffungen in betroffenen Regionen benötigen besondere Planung.

442Mastopexie

Bruststraffung. Haut wird entfernt, Brustgewebe geformt und der Brustwarzenhof angehoben. Eine Mastopexie vergrößert die Brust nicht automatisch. Implantat, Eigenfett oder Autoaugmentation können bei geeignetem Befund zusätzliches Volumen schaffen.

443Monsplastik

Straffung beziehungsweise Formung des Schamhügels. Nach massiver Gewichtsabnahme kann er abgesunken oder voluminös sein. Die Korrektur wird häufig mit der Bauchstraffung kombiniert, muss aber Lymphabfluss, Narbenzug und Genitalposition berücksichtigen.

444Nekrose

Absterben von Gewebe durch unzureichende Durchblutung, Infektion oder andere Schädigung. Dunkle Haut, Blasen und zunehmende Wundprobleme sind Warnzeichen. Ausmaß und Behandlung reichen von lokaler Wundpflege bis zu erneuter Operation.

445Pannikulektomie

Entfernung einer herabhängenden Bauchschürze, vor allem mit funktionellem Ziel. Im Unterschied zur umfassenden Abdominoplastik stehen Nabelposition, Taille und Muskel-Faszien-Korrektur nicht zwingend im Mittelpunkt. Die tatsächliche Technik muss im Operationsplan beschrieben sein.

446Platysma

Dünner flächiger Halsmuskel, dessen Ränder als senkrechte Bänder sichtbar werden können. Bei einer Halsstraffung kann er je nach Befund neu gespannt oder verbunden werden. Haut, Fett, Speicheldrüsenlage und Kinnform bleiben separate Einflussfaktoren.

447Progressive Tension sutures

Innere Nähte, die den angehobenen Haut-Fett-Lappen schrittweise an tieferen Schichten fixieren. Sie verteilen Zug und verkleinern den Wundraum. Manche Techniken kommen dadurch ohne Drainagen aus; ein Seromrisiko bleibt dennoch bestehen.

448Ptosis

Absinken eines Gewebes oder Organs. Bei der Brust beschreibt der Begriff die Lage von Brustwarze und Brustgewebe im Verhältnis zur Unterbrustfalte. Ptosisgrade helfen der Planung, ersetzen aber keine individuelle Untersuchung.

449Pseudoptosis

Sonderform der Brusterschlaffung, bei der die Brustwarze relativ hoch liegen kann, während Gewebe unter die Unterbrustfalte absinkt. Nach starkem Volumenverlust kommt dies häufig vor. Die passende Korrektur unterscheidet sich von einer kleinen reinen Hautstraffung.

450Rektusfaszienraffung

Operatives Zusammenführen und Verstärken der Bindegewebshülle über den geraden Bauchmuskeln. Umgangssprachlich wird oft von „Muskelnähen“ gesprochen, obwohl meist die Faszie gerafft wird. Sie kann Spannung, Schmerz und Erholungszeit erhöhen.

451Serom

Ansammlung klarer Wundflüssigkeit in einem durch Operation entstandenen Raum. Serome können beobachtet, punktiert, drainiert oder bei chronischer Kapsel operiert werden. Selbstpunktion birgt Infektionsgefahr.

452Striae

Dehnungsstreifen durch Veränderungen tiefer Hautschichten. Nur Striae auf ausgeschnittener Haut verschwinden bei einer Straffung. Verbleibende Streifen können ihre Position ändern und bleiben sichtbar.

453Thrombose

Blutgerinnsel in einer Vene, meist im Bein. Es kann eine lebensgefährliche Lungenembolie verursachen. Operation, Immobilität und persönliche Faktoren beeinflussen das Risiko. Mechanische und gegebenenfalls medikamentöse Prophylaxe werden individuell kombiniert.

454Tumeszenzlösung

Flüssigkeit mit Kochsalz und je nach Konzept weiteren Wirkstoffen, die vor einer Fettabsaugung ins Gewebe eingebracht wird. Sie erleichtert Absaugung und Blutstillung. Gesamtmenge und Wirkstoffdosen müssen in Flüssigkeits- und Narkoseplanung eingehen.

455Wunddehiszenz

Teilweises oder vollständiges Auseinanderweichen einer Operationswunde. Kleine oberflächliche Stellen können sekundär heilen; tiefe Öffnungen benötigen rasche Beurteilung. Spannung, Infektion, Durchblutung und Ernährung beeinflussen das Risiko.

456„Ozempic Face“

Nicht medizinisch definierter Medienbegriff für sichtbaren Gesichtsvolumenverlust und Hautlockerung während einer oft raschen Gewichtsabnahme. Das Erscheinungsbild ist nicht eindeutig semaglutidspezifisch. Therapieentscheidungen richten sich nach Befund und dürfen eine notwendige Adipositasbehandlung nicht unüberlegt unterbrechen.

457„Mommy Makeover“

Werbebegriff für eine meist kombinierte Brust- und Bauchoperation, teils mit Fettabsaugung. Er ist keine medizinische Diagnose und beschreibt den tatsächlichen Umfang unzureichend. Nach massiver Gewichtsabnahme kann ein solches Paket zu umfangreich sein oder wichtige andere Regionen ignorieren.

458Patientenberichtetes Ergebnis

Ein Ergebnis, das Betroffene selbst in standardisierten Fragebögen angeben, etwa zu Funktion, Zufriedenheit, Körperbild oder Lebensqualität. Instrumente wie BODY-Q ergänzen Fotos und Komplikationsdaten. Sie machen subjektive Erfahrung messbarer, ersetzen aber keine individuelle Beratung.

459Elektiver Eingriff

Planbare, nicht akut lebensrettende Operation. Elektiv bedeutet nicht unwichtig, erlaubt aber Zeit für Risikooptimierung, Zweitmeinung und Bedenkzeit. Infektion, Mangelernährung oder instabile Erkrankung können eine Verschiebung rechtfertigen.

460Informierte Einwilligung

Freiwillige Zustimmung nach verständlicher, rechtzeitiger Aufklärung über Ziel, Ablauf, Alternativen, Risiken und Kosten. Eine Unterschrift allein genügt nicht. Die Person muss Gelegenheit zu Fragen haben und die Entscheidung ohne unzulässigen Druck treffen können.

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