169Das Grundprinzip
Fett wird durch Liposuktion gewonnen, schonend aufbereitet und als sehr kleine Depots in verschiedene Gewebeschichten injiziert. Jede Zelle braucht Kontakt zu durchblutetem Empfängergewebe. Große Fettseen sterben ab.
Die Brust wird meist moderat vergrößert; der genaue Volumengewinn ist nicht garantiert.
170Wer geeignet ist
Geeignet sind Menschen mit ausreichenden Fettdepots, gesundem Brustgewebe und Wunsch nach begrenzter natürlicher Vergrößerung oder Konturkorrektur. Sehr schlanke Personen haben wenig Spendergewebe. Rauchen verschlechtert Einheilung.
Starke Ptosis benötigt zusätzlich Straffung. Eigenfett hebt keine große Hautfalte.
171Wie viel bleibt?
Ein Teil der transplantierten Zellen wird dauerhaft durchblutet, ein Teil resorbiert sich in den ersten Monaten. Raten variieren stark mit Technik, Volumen, Empfängergewebe, Rauchen und Messmethode. Eine seriöse Praxis verspricht keine exakte Prozentzahl.
Das stabile Ergebnis wird nach mehreren Monaten beurteilt. Weitere Sitzung kann nötig sein.
172Fettgewinnung
Bauch, Flanken oder Oberschenkel sind häufige Entnahmestellen. Die Liposuktion besitzt eigene Risiken wie Dellen, Serom, Thrombose und Flüssigkeitsverschiebung. Eine kleine Brusttransplantation kann eine größere Entnahmefläche erfordern.
Entnahmestellen werden als eigener Teil aufgeklärt, nicht als kostenloser Bonus.
173Aufbereitung
Blut, Öl und überschüssige Flüssigkeit werden durch Dekantieren, Filtern oder Zentrifugation getrennt. Kein Verfahren ist für alle Endpunkte eindeutig überlegen. Sterilität und kurze schonende Handhabung sind zentral.
Zusatzstoffe oder Stammzellversprechen benötigen klare Zulassungs- und Evidenzprüfung.
174Injektionsebenen
Fett wird fächerartig in kleinen Mengen unter Haut, in Brustgewebe und je nach Technik vor Muskel verteilt. Direkte große Bolusgaben erhöhen Nekrose. Gefäß- und Brustwandverletzung sind seltene Risiken.
Die Kanülenspitze wird kontrolliert; tiefe Injektion ist kein Qualitätsmerkmal.
175Fettnekrose
Nicht eingeheiltes Fett kann Ölzysten, feste Knoten und Verkalkungen bilden. Viele sind gutartig und bildgebend erkennbar. Ein neuer Knoten wird dennoch regulär abgeklärt, weil Tastbefund allein Krebs nicht ausschließt.
Symptomatische Herde können punktiert oder entfernt werden.
176Mikroverkalkungen
Nach Operation können Verkalkungen entstehen. Erfahrene Brustdiagnostik kann typische gutartige Muster häufig unterscheiden; verdächtige Befunde brauchen weitere Bilder oder Biopsie.
Eigenfett verhindert keine Brustkrebsvorsorge. Ausgangsbildgebung erleichtert spätere Vergleiche.
177Eigenfett nach Brustkrebs
Lipofilling wird in der Rekonstruktion zur Konturverbesserung verwendet. Onkologische Daten sind im Allgemeinen beruhigend, aber Tumorart, Behandlung und Zeitpunkt werden im Brustzentrum berücksichtigt. Es ist keine eigenständige Krebstherapie.
Verdächtige Veränderungen werden vor Transfer abgeklärt.
178Brava und externe Expansion
Externe Unterdrucksysteme können Gewebe vor oder nach Fetttransfer dehnen. Nutzung ist zeitaufwendig und kann Hautreizungen verursachen. Evidenz und Verfügbarkeit variieren.
Ein Gerät garantiert weder Einheilrate noch Körbchengröße. Es wird nur mit erfahrenem Team eingesetzt.
179Hybrid-Augmentation
Ein kleineres Implantat liefert Grundvolumen, Eigenfett glättet Übergänge. Das kann Rippling kaschieren und Form individualisieren. Gleichzeitig kombiniert es Implantat- und Liposuktionsrisiken.
Spätere Bildgebung muss beide Komponenten kennen. Eine Sitzung oder Stufung wird individuell gewählt.
180Kein Implantat, aber nicht risikofrei
Eigenfett vermeidet Implantatbruch, Kapselkontraktur und BIA-ALCL. Es besitzt dafür Resorption, Fettnekrose, Zysten, Verkalkungen, Entnahmestellenprobleme und möglicherweise mehrere Narkosen.
„Natürlich“ beschreibt Herkunft, nicht eine Garantie auf Sicherheit oder Dauer.
