Kapitel 19 von 20 · Gesichts- & Halslifting

Glossar: die wichtigsten Begriffe einfach erklärt

SMAS, Deep Plane, Platysma, Haltebänder, Mid-Face, Hämatom und weitere Begriffe rund um Gesichts- und Halslifting – kurz erklärt.

531Anatomie und Technik

Adhäsions- oder Haltebänder
Feste Verbindungen, die Weichteile an tieferen Strukturen halten. Ausgewählte Bänder können gelöst werden, um Gewebe zu mobilisieren.
Deep Plane
Operationsraum unter bestimmten Anteilen des SMAS; der genaue Umfang ist nicht einheitlich standardisiert.
Digastricus
Zweibäuchiger Muskel unter dem Kinn, dessen vordere Anteile die Halskontur mitprägen können.
Jowls
Abgesunkene Gewebepolster neben dem Kinn, deutsch häufig Hängebäckchen genannt.
Platysma
Dünner flächiger Halsmuskel direkt unter Haut und oberflächlichem Fett.
Platysmabänder
Sichtbare senkrechte Muskelkanten am Hals, besonders bei Anspannung.
Platysmaplastik
Operative Formung oder Straffung des Platysmas; Technik kann mittig, seitlich oder kombiniert sein.
Plication
Faltung und Naht einer Schicht, ohne sie als großen Lappen anzuheben.
Rhytidektomie oder Rhytidoplasty
Medizinischer Sammelbegriff für Faceliftoperationen.
SMAS
Oberflächliches muskuloaponeurotisches System, eine tragende Bindegewebs- und Muskelschicht des Gesichts.
SMASektomie
Entfernung eines Streifens des SMAS mit anschließendem Verschluss und Straffung.
Submental
Unterhalb des Kinns gelegen.
Tragus
Kleiner Knorpelvorsprung vor dem Gehörgang; Schnitte können davor oder teilweise an seinem Rand verlaufen.

532Komplikationen und Heilung

Alopezie
Haarverlust; kann nach Zug, Schnitt oder Durchblutungsstörung vorübergehend oder dauerhaft sein.
Epidermolyse
Oberflächliche Ablösung beziehungsweise Schädigung der obersten Hautschichten.
Fazialisparese
Schwäche von Muskeln durch beeinträchtigte Funktion eines Astes des Gesichtsnervs.
Fistel
Unnatürlicher Gang, über den beispielsweise Speichel zur Haut austreten kann.
Hämatom
Blutansammlung im Gewebe; ein expandierendes Hämatom kann eine dringende Operation erfordern.
Hypertrophe Narbe
Verdickte Narbe, die im ursprünglichen Wundbereich bleibt.
Keloid
Überschießendes Narbengewebe, das über die ursprüngliche Wundgrenze hinauswächst.
Nekrose
Abgestorbenes Gewebe infolge unzureichender Durchblutung oder anderer schwerer Schädigung.
Neurapraxie
Vorübergehende Leitungsstörung eines Nervs ohne vollständige Durchtrennung.
Neurom
Schmerzhaftes oder knotiges Nervenheilungsgewebe nach Verletzung.
Serom
Ansammlung klarer Gewebsflüssigkeit in einem Hohlraum.
Sialom
Abgekapselte Speichelansammlung nach Verletzung von Drüse oder Ausführungsgang.
Thromboembolie
Gefäßverschluss durch ein verschlepptes Blutgerinnsel; in der Lunge als Lungenembolie potenziell lebensbedrohlich.

533Evidenz und Ergebnismessung

Bias
Systematische Verzerrung, etwa durch Auswahl besonders guter Fälle oder fehlende Nachuntersuchungen.
FACE-Q
Validierte Fragebogenfamilie für patientenberichtete Ergebnisse ästhetischer Gesichtsbehandlungen.
Konfidenzintervall
Bereich, der die statistische Unsicherheit einer Schätzung ausdrückt. Ein enger Bereich ist präziser als ein weiter.
Kohortenstudie
Beobachtung einer Gruppe über einen Zeitraum; ohne Zufallszuteilung können Gruppenunterschiede das Ergebnis beeinflussen.
Meta-Analyse
Statistische Zusammenfassung mehrerer Studien. Ihre Aussage ist nur so gut wie Vergleichbarkeit und Qualität der Ausgangsdaten.
Prospektiv
Daten und Endpunkte werden vorab geplant und ab einem Ausgangszeitpunkt nach vorn erhoben.
Randomisiert
Teilnehmende werden per Zufall Behandlungsgruppen zugeteilt; das reduziert bestimmte Auswahlverzerrungen.
Retrospektiv
Bereits vorhandene Akten oder Daten werden rückblickend ausgewertet.
Systematischer Review
Nach vorab festgelegter Methode gesuchte und bewertete Gesamtschau der verfügbaren Studien.
Validiert
Ein Messinstrument wurde systematisch darauf geprüft, ob es zuverlässig und sinnvoll das gewünschte Merkmal erfasst.

534Nichtoperative und begleitende Verfahren

Ablativer Laser
Trägt kontrolliert Hautanteile ab und erzeugt eine Wundheilungsreaktion; wirksamer, aber ausfall- und risikoreicher als viele nichtablative Verfahren.
Biostimulator
Injektionsmaterial, das eine Gewebereaktion und Kollagenbildung anregen soll; nicht so einfach reversibel wie reine Hyaluronsäure.
Botulinumtoxin
Wirkstoff, der die Signalübertragung auf ausgewählte Muskeln vorübergehend abschwächt.
Fadenlift
Einbringen resorbierbarer oder anderer Fäden zur begrenzten mechanischen Anhebung; kein gleichwertiger Ersatz für ein großes Facelift.
Filler
Injizierbares Material zur Volumen- oder Konturveränderung, beispielsweise Hyaluronsäure.
HIFU
Hochintensiver fokussierter Ultraschall, der in definierten Tiefen thermische Punkte erzeugen soll.
Hyaluronidase
Enzym zum Abbau von Hyaluronsäurefillern; wirkt nicht auf andere Füllmaterialien.
IPL
Intensiv gepulstes Licht, vor allem für Pigment- und Gefäßveränderungen; kein Laser und kein chirurgisches Lift.
Resurfacing
Sammelbegriff für Verfahren zur Erneuerung oder kontrollierten Verletzung der Hautoberfläche.
RF-Microneedling
Nadeln geben Radiofrequenzenergie in oder unter der Haut ab; medizinisches Verfahren mit möglichen schweren Komplikationen.
Tranexamsäure
Arzneimittel, das die Auflösung von Gerinnseln hemmt und Blutung reduzieren kann; Anwendung erfordert individuelle Prüfung.
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