531Anatomie und Technik
- Adhäsions- oder Haltebänder
- Feste Verbindungen, die Weichteile an tieferen Strukturen halten. Ausgewählte Bänder können gelöst werden, um Gewebe zu mobilisieren.
- Deep Plane
- Operationsraum unter bestimmten Anteilen des SMAS; der genaue Umfang ist nicht einheitlich standardisiert.
- Digastricus
- Zweibäuchiger Muskel unter dem Kinn, dessen vordere Anteile die Halskontur mitprägen können.
- Jowls
- Abgesunkene Gewebepolster neben dem Kinn, deutsch häufig Hängebäckchen genannt.
- Platysma
- Dünner flächiger Halsmuskel direkt unter Haut und oberflächlichem Fett.
- Platysmabänder
- Sichtbare senkrechte Muskelkanten am Hals, besonders bei Anspannung.
- Platysmaplastik
- Operative Formung oder Straffung des Platysmas; Technik kann mittig, seitlich oder kombiniert sein.
- Plication
- Faltung und Naht einer Schicht, ohne sie als großen Lappen anzuheben.
- Rhytidektomie oder Rhytidoplasty
- Medizinischer Sammelbegriff für Faceliftoperationen.
- SMAS
- Oberflächliches muskuloaponeurotisches System, eine tragende Bindegewebs- und Muskelschicht des Gesichts.
- SMASektomie
- Entfernung eines Streifens des SMAS mit anschließendem Verschluss und Straffung.
- Submental
- Unterhalb des Kinns gelegen.
- Tragus
- Kleiner Knorpelvorsprung vor dem Gehörgang; Schnitte können davor oder teilweise an seinem Rand verlaufen.
532Komplikationen und Heilung
- Alopezie
- Haarverlust; kann nach Zug, Schnitt oder Durchblutungsstörung vorübergehend oder dauerhaft sein.
- Epidermolyse
- Oberflächliche Ablösung beziehungsweise Schädigung der obersten Hautschichten.
- Fazialisparese
- Schwäche von Muskeln durch beeinträchtigte Funktion eines Astes des Gesichtsnervs.
- Fistel
- Unnatürlicher Gang, über den beispielsweise Speichel zur Haut austreten kann.
- Hämatom
- Blutansammlung im Gewebe; ein expandierendes Hämatom kann eine dringende Operation erfordern.
- Hypertrophe Narbe
- Verdickte Narbe, die im ursprünglichen Wundbereich bleibt.
- Keloid
- Überschießendes Narbengewebe, das über die ursprüngliche Wundgrenze hinauswächst.
- Nekrose
- Abgestorbenes Gewebe infolge unzureichender Durchblutung oder anderer schwerer Schädigung.
- Neurapraxie
- Vorübergehende Leitungsstörung eines Nervs ohne vollständige Durchtrennung.
- Neurom
- Schmerzhaftes oder knotiges Nervenheilungsgewebe nach Verletzung.
- Serom
- Ansammlung klarer Gewebsflüssigkeit in einem Hohlraum.
- Sialom
- Abgekapselte Speichelansammlung nach Verletzung von Drüse oder Ausführungsgang.
- Thromboembolie
- Gefäßverschluss durch ein verschlepptes Blutgerinnsel; in der Lunge als Lungenembolie potenziell lebensbedrohlich.
533Evidenz und Ergebnismessung
- Bias
- Systematische Verzerrung, etwa durch Auswahl besonders guter Fälle oder fehlende Nachuntersuchungen.
- FACE-Q
- Validierte Fragebogenfamilie für patientenberichtete Ergebnisse ästhetischer Gesichtsbehandlungen.
- Konfidenzintervall
- Bereich, der die statistische Unsicherheit einer Schätzung ausdrückt. Ein enger Bereich ist präziser als ein weiter.
- Kohortenstudie
- Beobachtung einer Gruppe über einen Zeitraum; ohne Zufallszuteilung können Gruppenunterschiede das Ergebnis beeinflussen.
- Meta-Analyse
- Statistische Zusammenfassung mehrerer Studien. Ihre Aussage ist nur so gut wie Vergleichbarkeit und Qualität der Ausgangsdaten.
- Prospektiv
- Daten und Endpunkte werden vorab geplant und ab einem Ausgangszeitpunkt nach vorn erhoben.
- Randomisiert
- Teilnehmende werden per Zufall Behandlungsgruppen zugeteilt; das reduziert bestimmte Auswahlverzerrungen.
- Retrospektiv
- Bereits vorhandene Akten oder Daten werden rückblickend ausgewertet.
- Systematischer Review
- Nach vorab festgelegter Methode gesuchte und bewertete Gesamtschau der verfügbaren Studien.
- Validiert
- Ein Messinstrument wurde systematisch darauf geprüft, ob es zuverlässig und sinnvoll das gewünschte Merkmal erfasst.
534Nichtoperative und begleitende Verfahren
- Ablativer Laser
- Trägt kontrolliert Hautanteile ab und erzeugt eine Wundheilungsreaktion; wirksamer, aber ausfall- und risikoreicher als viele nichtablative Verfahren.
- Biostimulator
- Injektionsmaterial, das eine Gewebereaktion und Kollagenbildung anregen soll; nicht so einfach reversibel wie reine Hyaluronsäure.
- Botulinumtoxin
- Wirkstoff, der die Signalübertragung auf ausgewählte Muskeln vorübergehend abschwächt.
- Fadenlift
- Einbringen resorbierbarer oder anderer Fäden zur begrenzten mechanischen Anhebung; kein gleichwertiger Ersatz für ein großes Facelift.
- Filler
- Injizierbares Material zur Volumen- oder Konturveränderung, beispielsweise Hyaluronsäure.
- HIFU
- Hochintensiver fokussierter Ultraschall, der in definierten Tiefen thermische Punkte erzeugen soll.
- Hyaluronidase
- Enzym zum Abbau von Hyaluronsäurefillern; wirkt nicht auf andere Füllmaterialien.
- IPL
- Intensiv gepulstes Licht, vor allem für Pigment- und Gefäßveränderungen; kein Laser und kein chirurgisches Lift.
- Resurfacing
- Sammelbegriff für Verfahren zur Erneuerung oder kontrollierten Verletzung der Hautoberfläche.
- RF-Microneedling
- Nadeln geben Radiofrequenzenergie in oder unter der Haut ab; medizinisches Verfahren mit möglichen schweren Komplikationen.
- Tranexamsäure
- Arzneimittel, das die Auflösung von Gerinnseln hemmt und Blutung reduzieren kann; Anwendung erfordert individuelle Prüfung.
